Entwässerungsgräben funktionieren: Im Notfall braucht das THW offiziellen Auftrag

Für die Pflege der Gräben in Heiligensee ist der Senat zuständig. (Foto: Stephan Schmidt)

Heiligensee. Im Anstieg des Grundwassers infolge der starken Regenfälle sieht die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die hauptsächliche Gefahr für die Häuser der Heiligenseer. Dies ist das Ergebnis einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Wahlkreisabgeordneten Stephan Schmidt (CDU).

In der Anfrage hatte sich Schmidt umfassend nach der Funktion der Entwässerungsgräben in Heiligensee erkundigt. „Zunächst einmal freue ich mich über die Aussage, dass die Heiligenseer Gräben mit den außerordentlichen Regenmengen fertig geworden sind, ohne dass es zu einer Überflutung oder Uferabbrüchen kam. Es wurden zum Glück schon seit Anfang 2017 die lange von den Bürgern beanstandeten Maßnahmen durchgeführt, wie beispielsweise die Sohlenräumungen an Erlen- und Weidengraben. Wer weiß, was passiert wäre, wenn man damit noch weiter gewartet hätte“, resümiert Schmidt.

Sind die Maßnahmen wirklich regelmäßig?

Der Abgeordnete weiter: „Die Antwort des Senats weist jedoch auch einige Aussagen auf, die mich aufhorchen lassen. Eine detaillierte Auflistung der in den letzten Jahren durchgeführten Maßnahmen fehlt beispielsweise. Das unterstreicht meine Forderung nach einer besseren Kontrolle der Arbeiten der beauftragten Firmen, deren Regelmäßigkeit viele Anwohner infrage stellen."

Auch die Aussicht auf ein Konzept, wie man mit dem zukünftig häufiger erwarteten Starkregen fertig werden will, ist Schmidt zu vage. Für die Erarbeitung eines Starkregenmanagements müssten neben der Senatsverwaltung und den Wasserwerken auch die örtlichen Fachkompetenzen, wie das bezirkliche Stadtplanungsamt und die Haus- und Grundbesitzer in Heiligensee einbezogen werden.

In ihrer Antwort hatte die Senatsverwaltung darauf hingewiesen, dass auch Passanten die Funktion des Grabensystems beeinflussten, wie durch das Betreten der Böschungen oder mit dem Durchqueren trocken gefallener Gewässerläufe. Zudem suhlten sich gerne Wilschweine in diesen Bereichen.

THW stellt klar: Nicht jeder kann uns rufen!

Die größten Probleme hatten Starkregenfälle in diesem Sommer in Reinickendorf in den Mäckeritzwiesen ausgelöst, wo Anwohner tagelang vergeblich auf Hilfe von Bezirk und Senat warteten, und wo letztlich das Technische Hilfswerk mit seinen Pumpen eingriff. In diesem Zusammenhang betont die Organisation, dass sie nicht nach informellen Kontakten, sondern nach offizieller Anforderung zum Einsatz kam: "Von einem THW-Einsatz aufgrund informeller Kontakte konnte und kann nicht die Rede sein. Diesem Eindruck, eine Einsatz-Einheit, die zum Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums gehört, wäre informell zu einem Einsatz veranlasst worden, widersprechen wir. Aus Sicht mancher Anwohner mag es gefühlte oder als solche wahrgenommene Probleme oder Verzögerungen gegeben haben. Dies können wir aus dem Blickwinkel der Betroffenen betrachtet, grundsätzlich nachvollziehen. Woher die Probleme oder Verzögerungen genau rührten, vermögen wir nicht vollumfänglich zu beurteilen. Auch Unterstützer des Anliegens wussten an diesen Tagen nicht, wie und unter welchen Voraussetzungen Organisationen wie das THW zum Einsatz gebracht werden können. Von sich aus konnte sich das THW aufgrund der Gesetzeslage nicht in den Einsatz bringen. Es dauerte offenbar eine ganze Weile, bis sich ein Anforderer gefunden hatte, der auch bereit war, für die entstehenden Kosten aufzukommen." CS
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