Mit Schulmappen nach Marzahn: Lehrer und Schüler der Achard-Grundschule ziehen um

Hausmeister Uwe Nowak verschließt die Tür der Achard-Grundschule vielleicht zum letzten Mal. (Foto: hari)
Berlin: Franz-Carl-Achard-Grundschule |

Kaulsdorf. Der schlimmste zu erwartende Fall ist für die Franz-Carl-Achard-Grundschule eingetroffen. Das gesamte Schulgebäude musste geschlossen werden und die Kinder werden weit entfernt in Marzahn unterrichtet.

Unterrichtsbeginn für die Schüler der Kaulsdorfer Grundschule in der Marcana-Schule in der Flämingstraße war am Montag, 7. September. Zuvor mussten die Kinder mit Bussen von ihrem Sammelpunkt, dem Schulhof in der Adolfstraße nach Marzahn-Nord gebracht werden. Die Tage seit der Schließung der Schule am Donnerstag, 3. September, war der Unterricht an dem Ersatzstandort vorzubereiten. Die Klassenräume in der Flämingstraße wurden neu aufgeteilt. Ein neuer Unterrichtsplan musste aufgestellt und Unterrichtsmaterial nach Marzahn transportiert werden.

Die Schließung des Gebäudes der Achard-Grundschule ist ein Super-Gau mit Ansage. Im Mai 2013 bereits musste die Sporthalle wegen bedenklicher Statik geschlossen werden. Darauf folgten mehrfache Untersuchungen auch des Schulgebäudes, das an die Sporthalle direkt angebaut ist. Die Gutachter kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Im Juni wurden Gerüchte laut, die Schule müsse geschlossen werden. Bürgermeister Stephan Komoß (SPD) bestätigte auf eine Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung, dass es gravierende Probleme mit der Statik der Schule gebe. Anfang Juli verkündete er Elternvertretern, dass zumindest Teile der Schule im Herbst geschlossen würden. Der Unterricht werde für einen Teil der Schüler in bis dahin noch aufzubauenden Schulcontainern erfolgen.

Diesen Plan gab Komoß auf, nachdem ein Gutachter am 28. August, dem Tag vor Beginn des neuen Schuljahres, das Bezirksamt dringend dazu aufforderte, mindestens drei Klassenräume in der oberen Etage des Schulgebäudes zu schließen. Begründung war der Stand der Ausbreitung von Hausschwamm in den Gemäuern. Probleme mit Hausschwamm gibt es in allen Etagen des Schulgebäudes bis zu den Grundmauern.

„Wir hatten sehr wenig Zeit und wir mussten unter großem Zeitdruck eine Entscheidung fällen“, erklärt Komoß. Ein abschließendes Gutachten zu dem Schulgebäude in der Adolfstraße werde voraussichtlich Mitte Oktober vorliegen. Währenddessen gibt es im Bezirksamt eine Diskussion darüber, ob die Gebäude in der Adolfstraße abgerissen werden sollen und ein Neubau an dem Standort möglich ist. hari
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