Bauunternehmer Robert Riedel kämpft gegen die Schikanen Berliner Behörden

Die Auseinandersetzung um das Grundstück in Alt-Kaulsdorf füllt inzwischen mehrere Aktenordner von Robert Riedel in seinem Büro in Kaulsdorf. (Foto: hari)

Kaulsdorf. Der Kampf des Unternehmers Riedel um seinen geplanten Ökobauernhof geht in die nächste Runde. Im Zusammenhang mit einer Klage gegen das Bezirksamt konnte er einen ersten Punktgewinn erzielen.

Beim ersten Gerichtstermin Anfang Januar wurde klar: Der Leiter des Katasteramtes im Bezirksamt änderte Eintragungen zu Riedels Grundstück in Alt-Kaulsdorf 74-78 auf Wunsch der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und ohne vorherige Prüfung. Die Einstufung „Wald“ steht damit auf wackligen Füßen, auch die nachfolgende Änderung im Grundbuch.

Nur auf dieser Grundlage könnte der Senat auf billigem Weg Riedel enteignen. Außerdem verweigert das Bezirksamt eine Baugenehmigung wegen der Einstufung des Geländes als „Wald“.

Bauunternehmer Robert Riedel kaufte das Grundstück am Rande von Kaulsdorf Ende 2011 vom Bundesvermögensamt. Bis zum Zweiten Weltkrieg stand darauf ein Haus umgeben von einem großen Garten. Riedel will auf dem Gelände einen Ökobauernhof errichten.

Das Land Berlin erklärte jedoch Anfang 2012 den gesamten Bereich südlich der B1/B5 zwischen den Siedlungen in Kaulsdorf und Mahlsdorf bis zu den Straßen am Niederfeld und Elsenstraße zum Landschaftsschutzgebiet „Barnimhang“. Von diesen Absichten wusste Riedel zum Zeitpunkt seines Kaufes nichts.

Es gab anschließend Gespräche zwischen Riedel und dem Bezirksamt. Der Unternehmer erklärte sich bereit, die Bebauung und das Konzept seines geplanten Ökobauernhofes dem Charakter eines Landschaftsschutzgebietes anzupassen. Das Angebot wurde ausgeschlagen.

Stattdessen überzogen ihn die Berliner Behörden mit Bußgeldbescheiden. Darunter sind auch die Berliner Forsten, weil Riedel mit dem angeblichen Waldstück nicht sachgemäß umgehe. Seit dem Kauf hat der Bauunternehmer jedoch auf dem Grundstück kaum etwas verändert. Ansätze, wie beispielsweise den Schutt des zerstörten Hauses abzufahren, brach er ab. Der größte Teil des Grundstücks ist noch mit alten Obstbäumen bedeckte. Diese sind zum Teil von anderen Gehölzen überwuchert, deren Samen durch den Wind verbreitet wurden.

Erst nachdem er das Grundstück als „Wald“ aktenkundig gemacht hatte, gab der Leiter des Katasteramtes vor dem Verwaltungsgericht zu, sei er am Nachmittag desselben Tages dorthin gefahren. Vom Auto, aus etwa 150 Meter Entfernung auf der Straße Am Niederfeld, habe er keinen Anlass gesehen, seine Einschätzung zu ändern.

Im Bezirksamt ist man indes nachdenklich geworden. „Wir werden uns die Situation noch einmal anschauen“, sagt Baustadtrat Johannes Martin (CDU). In dem Zusammenhang werde er auch das Gespräch sowohl mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als auch mit Robert Riedel suchen. hari
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