Bezirksamtsvertreter wurden zur Präsentation zu spät eingeladen

Bei der öffentlichen Versammlung in der Landstadt wurden in Abwesenheit von Vertretern des Bezirks erste Vorstellungen vom Landschaftspark Gatow präsentiert. (Foto: Senatsverwaltung für Umwelt)

Kladow. Verwundert zeigten sich die Verordneten im Grün-Ausschuss am 4. März im Sitzungssaal 202 des Rathauses. Hatten sie doch beim Tagesordnungspunkt "Planungsarbeiten am Landschaftspark Gatow" mit detaillierten Informationen zum Projekt gerechnet.

Doch "Grün Berlin", die Gesellschaft des Landes Berlin für Stadtentwicklungsstrategien, hatte ihre Teilnahme abgesagt. "Dessen Vertreter haben ihre Absage damit begründet, dass sie den Auftrag für die Arbeiten noch nicht erhalten haben", nannte Baustadtrat Carsten-Michael Röding den Grund für die Verschiebung des Tagesordnungspunkts. So müssen nun die Verordneten weiterhin auf offizielle Auskünfte über die mit Kosten von 5,5 Millionen Euro veranschlagte Umgestaltung der Naturlandschaft in eine Erholungs-Landschaft warten.

Die ist im Bezirk eh umstritten. "Das bisher vorliegende Ergebnis der Überarbeitung des Wettbewerbsergebnisses zum künftigen Landschaftspark Gatow ist nur teilweise mit den bezirklichen Vorstellungen vereinbar", heißt es in einer Vorlage des Bezirksamts für die Bezirksverordnetenversammlung im Februar. Der Bezirk habe daher seine Forderungen nach Planungsänderungen zu Protokoll gegeben. Grün Berlin habe nunmehr von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt den Auftrag zur Entwurfsplanung und Ausführung eines Pflegekonzeptes erhalten. Eine zielführende Abstimmung zwischen den Behörden und der Grün Berlin werde nunmehr erwartet.

Die Hoffnung, jetzt im Ausschuss mehr über diese Pläne zu erfahren, zerschlug sich jedoch. "Auch was wir jetzt ansatzweise von der Überarbeitung der Pläne gehört haben, passt dem Bezirk nicht so recht", sagte Röding im Ausschuss. So lehne der Bezirk vorgesehene Grillplätze ab und befürchte zu viele Wege, die das Gelände durchziehen sollen. "Auch mit dem vorgesehenen Erhalt des Hundeplatzes hat das Bezirksamt Probleme, da er Klagen wegen Lärmbelästigung aus der benachbarten Fliegerhorst-Siedlung befürchtet", so Röding.

Grundsätzlich bemängelt das Bezirksamt nach Aussagen des Baustadtrats die Tatsache, dass der Bund als Bauherr nicht das Gespräch mit dem Bezirk suche. So sei der Bezirk auch sehr spät über eine Bürgerversammlung zum Thema Ende Februar benachrichtigt worden. "Das uns zu spät zugegangene Schreiben legt nahe, dass man den Bezirk nicht bei dieser Versammlung dabei haben wollte", ärgerte sich Röding. Dabei sei Spandau später für die Pflege der Flächen zuständig. "Ich bedauere, dass wir derzeit nicht gerade sinnvoll auf die Planung Einfluss nehmen können", klagte Röding.


Michael Uhde / Ud
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