Buddelei in der Altstadt nervt Anlieger

Im Auftrag der Wasserbetriebe wird jetzt an Abwasserschächten gearbeitet. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Ende Oktober hat die BVG, wie angekündigt, mit dem Umbau von Straßenbahngleisen und Weichen in der Köpenicker Altstadt begonnen. Das sorgt bei Anliegern bereits für Frust.

"Stammkunden haben sich bei mir beschwert. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen sie nur nach zweifachem Umsteigen her. Und wer mit dem Auto fährt, der findet keinen Parkplatz", ärgert sich Friseurmeister Jörg Seidler. Er hat seinen Laden in der Rosenstraße und wurde nicht einmal offiziell von den Bauarbeiten informiert. "Vermutlich haben nur Anwohner, die unmittelbar an der Baustelle wohnen, Post bekommen", so Seidler."Ich habe den Eindruck, die BVG buddelt hier alle drei Jahre irgendwo und wir Anwohner dürfen es ausbaden", echauffiert sich Angelika Sturm. Sie fährt nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, verspricht sich also von den Gleisarbeiten keinerlei Vorteile. "Dafür habe ich den Schaden, kann mein Auto jetzt außerhalb der Altstadt abstellen und wie ein Landstreicher nach Hause laufen", sagt sie.

Ursprünglich wollten die Berliner Wasserbertriebe ihre geplanten Arbeiten verschieben (Berliner Woche berichtete). Die Befürchtungen der Anwohner, dass die ganz Buddelei dann im Frühjahr von vorn losgeht, kann zumindest teilweise entkräftet werden. Inzwischen ist auch ein Bautrupp der Wasserbetriebe angerückt und wechselt unmittelbar neben dem Gleisbogen an der Laurentiuskirche einen Abwasserschacht aus.

"Unsere Ingenieure haben sich nach der Absage noch einmal zusammengesetzt. Dabei wurde festgelegt, dass wir einen Teil der Bauarbeiten doch erledigen können, während die BVG baut. Das betrifft einige Einlaufschächte, außerdem bauen wir unter den Tramgleisen leere Rohre ein, damit wir in diesem Bereich später nicht noch einmal die Straße öffnen müssen", erläutert Astrid Hackenesch-Rump, Sprecherin der Wasserbetriebe. Außerdem soll mit Suchgrabungen ermittelt werden, wo einige nur ungefähr in den Karten verzeichnete Rohre aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg tatsächlich liegen. Wann die anderen Arbeiten durchgeführt werden, können die Wasserbetriebe allerdings noch nicht sagen.

Bis zum Betriebsbeginn am 26. November müssen die Altstadtanlieger weiterhin mit Behinderungen und die Straßenbahnfahrgäste auf dem Weg durch Köpenick mit Umsteigen rechnen. Betroffen sind die Linien 27, 60, 61, 62, 63, 67 und 68, die zwischen Bahnhofstraße/Lindenstraße, Köllnischem Platz und Müggelheimer Straße durch Busse ersetzt werden.


Ralf Drescher / RD
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