Ein Rückblick auf 52 spannende Wochen in Ihrem Kiez (II)

Erster Spatenstich für "Wohnen am Campus" in Adlershof. (Foto: Ralf Drescher)
 
In Schöneweide wurden braune Hetzaufkleber entfernt. (Foto: Ralf Drescher)

Treptow-Köpenick. Hinter uns liegt das Jahr 2012 mit 52 spannenden Wochen. Lesen Sie unseren traditionellen Jahresrückblick.

Januar: Die "Treptower Festtage" wird es nicht mehr geben. Das für Juni geplante Volksfest wurde vom Bezirk abgesagt. Grund war ein Streit zwischen Bezirk und Ausrichter. Das Fest hatte in den letzten Jahren an Qualität eingebüßt. Der Adlershofer Marktbrunnen wurde in diesem Monat 100 Jahre alt. Der Adlershofer Bürgerverein lud zum Brunnenfest. Mehrere 100 Besucher kamen, brachten Kerzen mit und feierten das Jubiläum.

Februar: Der Bezirk hat noch keinen Haushalt. Das bedeutet, dass unter vorläufiger Haushaltswirtschaft keine neuen Mitarbeiter eingestellt werden, keine Beförderungen stattfinden und auch keine BVV-Sondermittel für Vereine und Projekte gezahlt werden.

Auf dem Adlergestell werden ohne Vorwarnung die Tempo-70-Schilder abgeschraubt, weil die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt das gefordert hatte. Nach Protesten von Autofahrern, Politikern und auch dem ADAC lenkt der Senat ein, eine Woche später sind die Schilder wieder dran.

März: Das insolvente Solarunternehmen Solon ist gerettet. Ein indisch-pakistanisches Unternehmen übernimmt die Firma und hat ab sofort in der Straße Am Studio das Sagen. Von 471 Arbeitsplätzen werden 433 gerettet. Ein Verbrechen erschüttert das Wohngebiet an der Ortolfstraße. Rentnerin Magda N. war tot von Verwandten gefunden worden. Im Dezember wurde der Täter zu rund zehn Jahren Haft verurteilt.

April: Ab 1. April gilt im Treptower Park Grillverbot. Hobbybrutzler dürfen künftig nicht mehr die Wiesen beschädigen und Radler und Spaziergänger mit Rauchschwaden belästigen.

Was Bürger bewirken können, zeigt sich in einer alten Kaufhalle in Baumschulenweg. Dort sind der frühere Tacheles-Künstler Kemal Cantürk und Kollegen eingezogen und öffnen das Kulturhaus "Treptopolis".

Mai: Dem Bezirk wird vom Senat ein Personalnotstand verordnet. Die Nachricht, dass er bis 2016 rund 300 Mitarbeiter einsparen soll, sorgt für Verärgerung.

Bei Kontrollen im Treptower Park fällt auf, dass das gerade erst verhängte Grillverbot teilweise ignoriert wird. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamts war sogar von Grillern mit dem Messer bedroht worden. Deshalb sollen die Streifen durch Polizei verstärkt werden.

Juni: Bei der Tiertafel in Baumschulenweg ist eingebrochen worden. Die Täter haben Geldspenden, Medikamente und Futter mitgehen lassen und die Räume verwüstet.

Die Sperrung der Fußgängerbrücke über die Bahn an der Porzer Straße in Altglienicke feiert "Geburtstag". Vor einem Jahr war die erst 1999 gebaute Verbindung gesperrt worden. Bis zum Jahresende hat sich daran nichts geändert.

Juli: Das Kosmosviertel in Altglienicke feiert 25. Geburtstag. 1987 waren Pläne bekannt geworden, einen neuen Stadtteil für bis zu 50 000 Menschen zu errichten. Gebaut wurde dann wesentlich bescheidener und das Ende der DDR sorgte dafür, dass unmittelbar am Siedlungsgebiet keine Hochhäuser entstanden.

Der Bahnhof Baumschulenweg ist seit Monaten fertig und die neuen Läden stehen leer, weil die Bahn vergessen hat, Kraftstromanschlüsse einzubauen.

August: Bei einem Kiezspaziergang durch Johannisthal kratzen viele Helfer rechte Propagandaplakate und Hetzaufkleber von Schaltkästen, Papierkörben und Laternen. Weitere derartige Aktionen werden folgen.

Am Spreeufer in Alt-Treptow sollen drei bis zu 110 Meter hohe Gebäude errichtet werden. Investor Agromex stellt seine Pläne für zwei Wohnbauten mit 200 Wohnungen und ein Hotel erstmals vor.

September: Anwohner von der Initiative "Pro Plänterwald" setzen sich für das frühere Restaurant "Eierhäuschen" ein. Das steht seit über 20 Jahren leer und ist vom Verfall bedroht, die Initiative fordert eine Wintersicherung, für die aber kein Geld da ist.

Im Treptower Park wird der Rosengarten eröffnet. Die Anlage war seit 2009 für rund 2,5 Millionen Euro erneuert worden. Dabei orientierte sich das Grünflächenamt an den Plänen von Gartenarchitekt Hubert Matthes aus dem Jahr 1968.

Oktober: Die A 100 darf gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weist die Klagen mehrerer Autobahngegner zurück. Ab Sommer 2013 soll an der 3,2 Kilometer langen Trasse zum S-Bahnhof Treptower Park gebaut werden.

November: Für das Wohngebiet "Am Campus" wird der erste Spatenstich vollzogen. Mehrere Investoren wollen rund um die Hermann-Dorner-Allee rund 1000 Wohnungen errichten, darunter auch ein Studentenwohnheim.

Nach gut drei Jahren Bauzeit ist der Glienicker Weg fertig. Zwischen An der Wuhlheide und dem Adlergestell stehen jetzt pro Richtung zwei Fahrspuren zur Verfügung.

Dezember: Im S-Bahnhof Baumschulenweg sieht es noch immer traurig aus. Bisher hat nur ein Zeitungsladen geöffnet, die anderen Läden stehen leer. Und gleich nebenan an den Bushaltestellen unter der Bahnbrücke sieht es auch nicht besser aus. Weil kein Platz ist, gibt es keine Sitze für wartende Fahrgäste.


Ralf Drescher / RD
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