Erwin Schulz starb im Alter von 99 Jahren

Erwin Schulz in der auf seine Initiative gegründeten Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Erwin Schulz ist tot. Der Nazigegner und wohl einer der letzten Moorsoldaten starb in der Nacht vom 11. zum 12. September im Alter von 99 Jahren.

Das teilt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Köpenick mit. Als Schulz 1912 geboren wurde, gehörte sein Geburtsort Tempelhof noch zum Landkreis Teltow, ebenso wie sein späterer Wohnort Köpenick. Er schloss sich schon als Jugendlicher dem Arbeitersportverein Fichte an. Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten engagierte der junge Mann sich gegen die Nazidiktatur. Bei einem illegalen Treff verhaftet, bekam er fünf Jahre Zuchthaus. Die verbrachte Erwin Schulz im Gefängnis Luckau und in einem Moorlager im Emsland, wo er als Moorsoldat schuften musste.

Nach dem Krieg hat Erwin Schulz beim DDR-Reisebüro gearbeitet. Ehrenamtlich engagierte er sich für das Vermitteln von Wissen über die Zeit der NS-Diktatur. Er setzte sich unter anderem für den Aufbau der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche ein. Schulgruppen führte er dort oft durch die Ausstellung. Dafür wurde er 2005 mit der Bürgermedaille Treptow-Köpenick geehrt.

Am 13. Oktober wäre Erwin Schulz 100 Jahre alt geworden. Der Bund der Antifaschisten hatte den Termin schon eingeplant. Vizebürgermeisterin Ines Feierabend hatte ihren Besuch angekündigt. Nun müssen Freunde und Weggefährten in den nächsten Tagen von Erwin Schulz Abschied nehmen.


Ralf Drescher / RD
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