Landespolitiker akzeptiert die Absage der Deutschen Bahn nicht

Köpenick. Die Aussage der Deutschen Bahn, auf den lange geplanten Bau des Regionalbahnhofs Köpenick zu verzichten, stößt auf Ablehnung. Das Land Berlin will sich nicht damit abfinden.

Das macht die schriftliche Antwort auf eine Anfrage von Abgeordnetenhausmitglied Stefan Gelbhaar (Grüne) deutlich. Darin teilt Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt (SPD) mit, dass Berlin die Absage nicht akzeptieren wird. "Der Senat hält weiter an der Realisierung des Regionalbahnhofs Köpenick fest. Die bislang von der DB Netz AG dem Senat gegenüber angeführten Argumente sind aus unserer Sicht nicht stichhaltig", schreibt Senator Müller.Die Bahn hatte auf die durch haltende Regionalzüge verringerte Durchlassfähigkeit der für den internationalen Güterverkehr genutzten Strecke verwiesen. Außerdem hatte ein leitender Mitarbeiter von DB Netz mitgeteilt, dass durch die Fahrzeitverlängerung beim Halt - maximal drei Minuten - die Attraktivität der Regionalbahnverbindung leiden würde und auf die S-Bahn verwiesen. Jetzt sollen noch einmal Auswirkungen von haltenden Regionalbahnzügen auf die Kapazität des internationalen Güterverkehrs untersucht werden.

Die Strecke Berlin-Frankfurt (Oder) gehört zum internationalen Güterkorridor Aachen-Kaunas. Wenn diese Untersuchungen vorliegen, sollen sie von Bahn und Senat gemeinsam bewertet werden, teilt Müller mit.

Das deutliche Vorgehen des Senats kommt auch beim Bezirk gut an. "Das Vorgehen der Bahn ist inakzeptabel. Ein langjährig gemeinsam geplantes Vorgehen wird von der Bahn einseitig aufgekündigt, und wir erfahren davon bei einer Pressekonferenz", schreibt der für Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Rainer Hölmer (SPD) auf Nachfrage. Für den Bezirk hätte der Regionalbahnhof nach Aussage des Stadtrats gleich mehrere Funktionen. Städtebaulich zur Stärkung des Zentrums um die Bahnhofstraße; verkehrlich zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere für die Umsteigebeziehungen zwischen Tram, Bus, S-Bahn und Regionalbahn. Das Stadtplanungsamt hat seit Mitte der 90er-Jahre am Projekt Regionalbahnhof gearbeitet, die Planungskosten wurden durch die Deutsche Bahn getragen.


Ralf Drescher / RD
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