Füchse erobern den Stadtpark

Spaziergänger können im Stadtpark jetzt häufig einem Fuchs begegnen. (Foto: K. Menge)
Berlin: Stadtpark Steglitz |

Steglitz. Enten und Vögel im Stadtpark Steglitz haben Gesellschaft bekommen. In der Grünanlage haben sich Füchse niedergelassen. Die Wildtiere fühlen sich augenscheinlich wohl, sie sind sehr zutraulich. Den Spaziergängern begegnen sie auf Wiesen und Wegen ganz ohne Scheu.

Der hübsche Rotfuchs spaziert recht entspannt auf einem Seitenweg des Stadtparkes entlang, schaut sich um und läuft dann an einen der Teiche. Hier hat er wohl Leckereien gewittert. Und tatsächlich. Eine Gruppe Männer wirft dem Tier Speisereste zu, die er auf die Wiese trägt, um sie dort zu verspeisen.

„Füchse in Berlin sind absolut normal“, sagt Anja Sorges, Geschäftsführerin des NABU Landesverbandes Berlin. Außer den Autos hätten die Tiere keine natürlichen Feinde und somit auch keine Scheu vor Menschen, erklärt Sorges weiter. Dass die Tiere gefüttert werden, heißt sie nicht gut. „Der Fuchs ist ein Opportunist. Wenn er etwas leicht bekommen kann, nimmt er das. Doch das ist nicht immer das Beste für ihn und außerdem völlig unnötig“, erklärt Sorges. Der Fuchs findet genügend Nahrung. Durch das Füttern würde der Fuchs zu zutraulich und das könnte auch zu Missverständnissen führen. „Es gibt Menschen, die haben Angst. Immerhin ist der Fuchs ein Wildtier.“

Aber Gefahr geht von den Tieren nicht aus. Füchse sind wie alle heimischen Wildtiere nicht aggressiv und greifen auch keine Menschen an. Ebenso wenig muss man sich vor Tollwut oder Fuchsbandwurm fürchten. „In Deutschland ist seit zehn Jahren keine Tollwut bei Füchsen mehr aufgetreten. Die Krankheit ist mittels Impfköder erfolgreich bekämpft worden und gilt als ausgerottet“, erläutert Anja Sorges. Das gleiche gilt für den Fuchsbandwurm. In Berlin gibt es keine Fälle. Um sicher zu gehen, werden alle gefundenen toten Tiere auf Fuchsbandwurm untersucht. Allerdings sollten Besitzer von Hunden und Katzen dafür sorgen, dass ihre Vierbeiner immer gut geimpft sind. Die Tiere könnten sich mit dem Staupe-Virus und Räude-Erreger infizieren. Hauptüberträger sind Füchse.

Wenn man all dies beachtet und den Fuchs Fuchs sein lässt, könne man gut mit den Tieren in der Stadt leben und sich an ihnen freuen. „Viele Menschen auf dem Land kennen solche Begegnungen nicht. Es ist doch großartig, die Tiere beobachten zu können“, schwärmt die Wildtierexpertin. KM

Weitere Informationen gibt es bei der Wildtierberatung des NABU Berlin http://asurl.de/12ls oder www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/wildtiere/.
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