Zugewachsene Mittelstreifen stellen Verkehrsrisiko dar

Solche ungepflegten Baumscheiben wie hier in der Tautenburger Straße behindern die Sicht. (Foto: K. Menge)

Lankwitz. Was die einen als Beitrag zum Naturschutz ansehen, stellt für andere ein Sicherheitsrisiko dar: Meterhohes Gras auf den Mittelstreifen der Hauptverkehrsstraßen. Der ADAC wirft den Grünflächenämtern mangelnde Pflege vor.

Das hochgewachsene Grün gefährdet Verkehrsteilnehmer, kritisiert der Automobilclub. Vor allem an Kreuzungen und Fußgängerüberwegen versperre wucherndes Unkraut Autofahrern die Sicht auf Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer. Sie würden von abbiegenden Autofahrern nicht rechtzeitig wahrgenommen, so der ADAC.

Der Automobilclub sieht einen Zusammenhang zwischen der auffällig hohen Zahl von Unfällen mit Motorrädern und Fußgängern und dem wucherndem Unkraut und appelliert an die Grünflächenämter häufiger zu mähen.

Auch im Bezirk sprießt das sogenannte Straßenbegleitgrün in die Höhe. Besonders üppig wächst es in der Tennstedter-, Tambacher-, Tautenburger- und Blankenhainer Straße sowie der Gallwitzallee in Lankwitz.

"Wir können nur im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten und finanziellen Mittel agieren", sagt Olaf Kurtz, Gruppenleiter für Grünflächenunterhaltung im Bezirksamt. Zweimal im Jahr - einmal im Juni/Juli und einmal im Herbst lässt die Verwaltung die Mittelstreifen zumeist von Privatfirmen mähen. Das Grünflächenamt konzentriere sich auf die Pflege der Parks.

"Auf den Mittelstreifen lassen wir das Gras auch bewusst wuchern. Damit wird ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet", erklärt Kurtz. An Kreuzungsbereichen und an den Seitenrändern - also dort, wo die Sicht für Verkehrsteilnehmer eingeschränkt ist - würde aus Gründen der Sicherheit aber auch häufiger gemäht.

Ein weiteres Problem an den Straßen sind die jungen Triebe der Linden am Straßenrand. Am unteren Stamm haben sich dichte Büsche gebildet und behindern Radfahrer und Passanten. An schmalen Fußwegen ist für Fußgänger und Eltern mit Kinderwagen so gut wie kein Durchkommen mehr.

Der Stammaustrieb stelle in diesem Jahr ein besonders großes Problem dar, bestätigt Kurtz. Der viele Regen begünstige das Wachstum. "Wir schaffen es nicht, die Triebe zu beseitigen. Auch hier müssten wir Fremdfirmen beauftragen, doch dazu fehlt das Geld."


Karla Menge / KM
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