Künstlerduo aus den USA gewinnt Fassaden-Wettbewerb

Wollen mit ihrer Kunst hoch hinaus: Addison Karl und James Bullough (rechts). (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. In wenigen Wochen beginnen die Künstler James Bullough und Addison Karl mit den Arbeiten für ein 550 Quadratmeter großes Gemälde am Giebel der Landsberger Allee 228B.

Vor vier Jahren kamen die James Bullough und Addison Karl aus Baltimore und Seattle nach Berlin, um die Hauptstadt noch bunter zu machen. In wenigen Wochen beginnen sie nun mit dem größten Fassadenbild, das die beiden jemals in Angriff genommen haben. Auf einer Fläche so groß wie ein Basketballfeld lassen sie drei Porträts entstehen. Sie sollen die 35 Meter hohe Fassade an der Landsberger Allee 228B verschönern. "Die Porträts sind ein Symbol für Gemeinschaft und zeigen die berühmte Berliner Mischung", sagt James Bullough.

Als Künstlerduo mit dem Namen "JBAK" gewannen die jungen US-Amerikaner den internationalen Wettbewerb für Fassadenkunst der Kunst- und Bildungsinitiative "Lichtenberg Open Art". Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge ruft junge Künstler alle zwei Jahre zu diesem Wettbewerb auf - mit dem Ziel, die Plattenbauten mit echten Kunstwerken aufzuwerten. Die erste Fassade im Rahmen der "Lichtenberg Open Art" gestaltete 2012 der Künstler Christian Awe an der Frankfurter Allee 192.

In diesem Jahr bewarben sich mehr als 50 Kreative aus sechs Ländern, die Lichtenberger Fassaden von Elfgeschossern verschönern zu dürfen. "Plattenbauten sind prädestinierte Leinwände für künstlerische Großprojekte", sagt Stefanie Frensch, Howoge-Geschäftsführerin.

In der Wettbewerbs-Jury entschied auch Thomas Köhler über die Gewinner mit. Er ist Leiter der Berlinischen Galerie, dem Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Ihn begeisterte an den Arbeiten von James Bullough und Addison Karl gerade ihr Realismus. Die Werke sind nicht abstrakt, sondern gegenständlich.

Für die Fassade an der Landsberger Allee 228B planen sie ein Bild, das ganz fotorealistisch drei Menschen zeigt. Auf eine athletische Art bilden die drei eine ungewöhnliche Menschenkette: Sie sitzen aufeinander. Das Motiv heißt "Totem" und lehnt sich an das historische Symbol vieler Kulturen Nordamerikas und Asiens an. In Berlin steht es für Multikulti. "Alle drei Abgebildeten sind Berliner und Tänzer. Wir haben sie hier kennen gelernt", erzählt Addison Karl. Er will die Porträts durch farbige Schattierungen ergänzen, die für spezielle Effekte sorgen.

In wenigen Wochen beginnen die Künstler mit ihren Arbeiten, gleichzeitig soll der gesamte Gebäudekomplex saniert werden. Im Rahmen der Kunstaktion finden bis September zahlreiche Workshops und Veranstaltungen statt, die Anwohner und Jugendliche aus dem Wohnumfeld in die Bildentstehung einbinden sollen.

Weitere Informationen gibt es unter www.loa-berlin.de.

Karolina Wrobel / KW
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