Bürger entscheiden über Projekte mit

Lichtenberg. Die städtebaulichen Missstände im Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord sollen verschwinden. Bürger können in einem Beirat über Projekte mitentscheiden, die zu Verbesserungen führen sollen.

"Es gibt hier im Gebiet wahnsinnige Potenziale", weiß die Sanierungs- und Stadtumbaubeauftragte Genia Krug von der Stadtentwicklungsgesellschaft "Stattbau". Im Vorfeld zu künftigen Projekten im Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord hatte die Stattbau das Gebiet untersucht. Die Ergebnisse stellte sie jetzt in der 1. Frankfurter Allee Nord Konferenz in der Rüdigerstraße 76 vor. "Rund 50 Prozent der Einwohner im Gebiet sind zwischen 18 und 45 Jahren. Es ist also ein Gebiet mit relativ jungen Einwohnern. Städtebaulich gibt es hier eine intakte Bebauung, viele Grünflächen, große Höfe", beschreibt Krug das Lebensumfeld. Doch es gibt auch viele Missstände: Lärm im Bereich der viel befahrenen Frankfurter Allee, dazu Feinstaub, Abgase. "Unbefriedigend ist auch der nördliche Zugang zum Bahnhof Lichtenberg", sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU). Diese Missstände sollen mit Hilfe eines Lärmminderungskonzeptes und eines Verkehrskonzeptes künftig verbessert werden. Schon jetzt werden die ersten Projekte mit Hilfe des Förderprogramms Stadtumbau Ost realisiert: darunter ist die Neugestaltung des Freiaplatzes. Auch der Jugendclub an der Siegfriedstraße 29/29a soll neu gebaut werden. Hier stemmt sich allerdings der Verein Kinderkunst ohne Führungskreuz, der die Räume nutzt, wie berichtet dem Hausabriss entgegen. Rund neun Millionen Euro Fördermittel stehen bereit, um in den kommenden zehn Jahren die Infra- und Sozialstruktur im Gebiet zu verbessern. Aktuell ist die Hälfte dieser Mittel mit den bereits begonnen großen Projekten gebunden. Viele kleine Projekte sollen jedoch künftig in den Kiezen zusätzlich verstecktes Potenzial wecken. "Die Bewohner sind die obersten Experten für ihr Gebiet", weiß Nünthel. In einem Beirat sollen unter anderem Bürger, Gewerbetreibende, Hauseigentümer und Initiativen beraten, welche Projekte in den Kiezen das Umfeld lebenswerter machen sollen. Sie werden auch über die Mittelvergabe für diese Projekte entscheiden. Ab 2014 wird dafür ein Fonds bereitgestellt - in welcher Höhe, ist noch unklar.

Weitere Infos unter www.stattbau.de.

Karolina Wrobel / KW
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