Bürgermeister fordert Stopp des Personalabbaus in der Verwaltung

Lichtenberg. Berlin wächst, doch die Verwaltung schrumpft. Lichtenberg ist einer der am meisten betroffenen Bezirke. Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) fordert jetzt den Stopp des Personalabbaus.

"Es ist notwendig, Berlin auch mal zu regieren - und zwar durch Beschlüsse und nicht durch Zeitungsinterviews!" Mit diesen deutlichen Worten kritisiert Geisel den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Denn das Abgeordnetenhaus hatte entschieden, dass die Bezirksverwaltungen schrumpfen müssen. Danach hat Wowereit in einem Interview lediglich angezweifelt, ob das wirklich notwendig sei.

Kaum ein Bezirk ist so von Personalabbau betroffen wie Lichtenberg. Die Verwaltung muss um 20 Prozent kleiner werden, so die Vorgabe. Im Grünflächenamt werden 130 Mitarbeiter abgebaut, im Bereich Jugend und Gesundheit 30. "Der Personalabbau ist fatal", sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt Wilfried Nünthel (CDU). Gestrichen werden auch Stellen im Ordnungsamt. "Das ist Erpressung", sagt der für das Ordnungsamt zuständige Stadtrat Andreas Prüfer (Die Linke).

Es gibt immer mehr Aufgaben, aber immer weniger Mitarbeiter. Denn kaum ein Bezirk wächst wiederum so schnell wie Lichtenberg. Am sichtbarsten wird das an den Kinderzahlen: Zum Schuljahr 2014/2015 öffnen vier neue Schulen. In den kommenden Jahren werden noch mehr Schulbauten benötigt. Neue Schulhausmeister werden aber nicht eingestellt.

Die Regierungskoalition möchte, dass etwa 30 000 Wohnungen in Berlin neu gebaut werden. Doch offizielle Neueinstellungen im Stadtplanungsamt gibt es nicht. Dabei steigt in Lichtenberg die Zahl der eingereichten Bauanträge.

"Wir fordern einen sofortigen Stopp des Personalabbaus", sagt Geisel. Nötig sei künftig mehr Personal und nicht weniger. Die jetzt betriebene Lösung der Landesregierung, öffentliche Leistungen an Dritte abzugeben, rechne sich nicht.

"Die privaten Firmen ziehen jetzt schon die Preise an. Letztlich wird diese Lösung für die Steuerzahler teurer", so Geisel.


Karolina Wrobel / KW
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