Preis für Demokratie und Zivilcourage 2013 vergeben

Gisela Lingenberg, Olaf Ruhl, Kevin Hönicke, Rosemarie Heye und Birgit Stenzel vom Bündnis für Demokratie und Toleranz. (Foto: KW)

Lichtenberg. Der Förderverein Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und die ehrenamtlichen Mitglieder des Lichtenberger Bündnisses für Demokratie und Toleranz erhielten den vom Bezirk ausgelobten Preis für Demokratie und Zivilcourage.

Seit 2006 werden in Lichtenberg alljährlich Personen und Organisationen geehrt, die sich in besonderer Weise für ein demokratisches Miteinander einsetzen und Zivilcourage zeigen. Am 25. Januar verlieh Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) den diesjährigen Preis. "Die Prognosen für Lichtenberg sind hervorragend, das Image des Bezirkes wird immer besser", beschrieb Geisel die aktuelle Entwicklung im Bezirk. Lichtenberg gewinne immer mehr an Attraktivität. "Dieser Boom ist kein Selbstläufer, sondern muss erkämpft werden. Dazu gehören Mut und Entschlossenheit", sagte Geisel. Lichtenberg sei kein Ort für Stasi-Verharmlosung oder für Nazi-Parolen.

Tatsächlich sind im Bezirk die Spuren der DDR-Geschichte sichtbar, wie etwa in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in der Genslerstraße 66. Dafür setzt sich der Förderverein Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ein. Zeitzeugen übernehmen die Führungen in der Gedenkstätte und klären über das Unrecht in der DDR-Diktatur auf. An dem Ort in Hohenschönhausen wurden bis 1989 Tausende politisch Verfolgte inhaftiert.

Rund 351 000 Menschen besuchten im vergangenen Jahr die Gedenkstätte, die 1994 gegründet wurde. Im Namen des Fördervereins Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen nahmen die Publizistin Vera Lengsfeld und der ehemalige Häftling und Zeitzeuge Mario Röllig den Preis entgegen.

"Das Verhältnis zwischen Lichtenberg und der Gedenkstätte war nicht immer ein Liebesverhältnis", sagte Lengsfeld bei der Preisübergabe. Sie erinnerte an die früheren Diskussionen um einen möglichen Abriss. "Heute hat die Gedenkstätte einen festen Platz in der Anerkennung durch die Lichtenberger eingenommen."

Zweiter Preisträger ist das Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz. Das Bündnis besteht aus etwa 40 ehrenamtlichen Mitgliedern, die sich als Initiative gegen Rechtsextremismus, Gewalt, Diskriminierung und Intoleranz im Bezirk verstehen. Mit Aktionen machen sie auf Probleme im Bezirk aufmerksam, wie etwa zuletzt auf den Nazi-Treffpunkt in der Lückstraße 58. Mit der Aktion "Bunter Wind für Lichtenberg" riefen sie zu einem Ideenwettbewerb auf, der eine alternative Nutzung des Treffs vorschlug. Mehr als 160 Menschen beteiligten sich daran. Immer wieder heißt es für die Mitglieder, auch im normalen Alltag Zivilcourage zu zeigen. Sie entfernen rechte Schmierereien oder stellen sich bei NPD-Aufmärschen Extremisten entgegen.

"Wir wollen zukünftig aber nicht nur auf solche Aufläufe reagieren, sondern präventiv arbeiten", sagt Kevin Hönicke, SPD-Bezirksverordneter und Bündnis-Mitglied. Das Bündnis versteht sich als parteiübergreifend. "Im März wollen wir in Hohenschönhausen eine Zukunftswerkstatt organisieren, um neue Aktionen und Ideen zu formulieren."


Karolina Wrobel / KW
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