Dauercampingplatz Nuthestraße muss bis Jahresende geräumt werden

Berlin: Nuthestraße Lichtenrade |

Lichtenrade. Auf einem relativ schmalen langen Streifen entlang der S-Bahngleise in der Nuthestraße gibt es seit Jahrzehnten einen Dauercampingplatz. Dort wohnen und leben auch ganzjährig Menschen, die sonst keine Wohnung finden oder sich keine leisten können. Nun naht das Ende des Idylls.

Bis Ende des Jahres müssen alle rund 150 Camper das rund 90 000 Quadratmeter große Gelände, das ursprünglich Bahngelände war, räumen. Die einst davor liegende Laubenkolonie wurde schon vor Jahren platt gemacht und liegt seitdem brach, weil ein Investor in Verbindung mit der alten Mälzerei auf dem gesamten Gelände ein Einkaufszentrum bauen wollte. Diese Pläne haben sich zwischenzeitlich zerschlagen und die Camper waren noch einmal davongekommen. Nun ist ein anderer Investor aus Bremen in Lichtenrade am Start und plant an der Nuthestraße entlang der Bahntrasse den Bau von rund 215 Reihen- und Doppelhäusern mit Dachgeschossen und Gartenterrassen.

Entsetzen ist groß

Dass das Gelände – zumal nach dem Mauerfall – nicht bis zum Ende aller Tage als Campingplatz zur Verfügung stehen würde, war den Betroffenen zwar schon klar, aber niemand hat wohl damit gerechnet, dass es nun so schnell gehen soll.

Bezirk ist machtlos

Das Entsetzen ist groß und Zukunftsängste machen sich breit. Dem rbb-Fernsehen erklärte der Platzbetreiber, schließlich ist auch seine Existenz bedroht, dass er bis zuletzt mit dem Investor verhandelt habe, weil man davon ausgegangen sei, dass das Gelände noch mindestens bis 2018 zur Verfügung stehen würde. Passiert kein Wunder, stehen viele der finanziell schwachen Camper mit ihren Habseligkeiten, einige mit mehreren Tieren, am Jahresende auf der Straße. Unterstützung vom Bezirksamt ist kaum zu erwarten: „Wir gehen davon aus, dass mit dem Bau im nächsten Jahr begonnen wird“, sagt Baustadtrat Daniel Krüger (CDU). Es sei für die betroffenen Camper sicher bedauerlich, der Bezirk sehe aber keine Möglichkeit, mit adäquaten Ersatzflächen auszuhelfen. Außerdem entstünde schließlich auch neuer, „notwendig gebrauchter Wohnraum“. HDK
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1 Kommentar
Horst-Dieter Keitel aus Tempelhof | 15.04.2016 | 15:44  
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