US-Studentin arbeitete ehrenamtlich mit Senioren

Lichterfelde. Die deutsche Mentalität liegt ihr näher, als die der Menschen in ihrer Heimat Florida. Abigail Melton mag alles in Deutschland. Deshalb entschloss sie sich, ein Semester in Berlin zu studieren und in einer sozialen Einrichtung als freiwillige Helferin zu arbeiten.

Ein gutes halbes Jahr lebte die 20-jährige US-Amerikanerin aus dem Norden Floridas in Lichterfelde. Über ein Studienprogramm hatte sie die Möglichkeit, in Berlin zu studieren und sich im Kommunikationszentrum Ostpreußendamm sozial zu engagieren. Dass sie in der Einrichtung ausschließlich mit älteren Menschen zu tun haben würde, war ihr bewusst. "Ich wollte sehr gern in diesem Bereich arbeiten", erzählt die junge Frau. Einer der Gründe für ihre Entscheidung ist ihr Interesse an europäischer und insbesondere an deutscher Geschichte. In ihrer Heimat studiert sie Geschichte und Politik. Über die jüngere Geschichte der Deutschen erhoffte sie sich im persönlichen Gespräch mit den Senioren zu erfahren. "Es ist vielleicht die letzte Gelegenheit, mit dieser Generation zu sprechen. Ich bin sehr froh, dass ich hier sein kann", sagt Abigail.

Während ihrer Tätigkeit im Kommunikationszentrum hat sie viele Erzählungen über Begegnungen mit amerikanischen Soldaten während des Krieges und nach dem Krieg gehört, als die Soldaten im Bezirk stationiert waren. "Ein Herr erzählte, dass US-Soldaten ihm als Kind geholfen haben. Ich konnte nicht alles verstehen. Aber ich wusste, es war etwas Gutes."

In den Gesprächen hat Abigail Melton viel über die geteilte Stadt und über Ostberlin erfahren. "In Amerika lernen wir kaum etwas darüber. Über Ostdeutschland und Ostberlin wissen wir gar nichts."

Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Deutschland werde sie sicher auf ihrem weiteren Lebensweg nutzen können. Der Berlin-Aufenthalt habe ihren Horizont erweitert. Gerade was die Deutschen und ihre Geschichte der zurückliegenden Jahrzehnte betrifft.

Inzwischen hat die Studentin ihren Aufenthalt in Berlin beendet und ist wieder nach Hause zurückgekehrt.

Sozialstadtrat Norbert Schmidt (CDU) verabschiedete sich persönlich von der jungen Frau und bedankte sich für ihren Einsatz in der Lichterfelder Einrichtung. Für Abigail Melton steht jetzt schon fest: "Ich komme wieder und möchte in Deutschland leben."


Karla Menge / KM
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