Wiedereinweihung des Lilienthal-Denkmals noch 2012

Das Lilienthal-Denkmal im Bäke-Park ist Denkmal des Monats November. Noch in diesem Jahr wird das Monument wieder eingeweiht. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. Inmitten des Bäkeparks am Teltowkanal steht die Bronzefigur des Ikarus auf einem über fünf Meter hohen Natursteinsockel. Das Lilienthal-Denkmal wurde 1914 eingeweiht und ist im November Denkmal des Monats des Bezirksamtes.

Das Denkmal wird nicht umsonst gerade jetzt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Nach fast einhundert Jahren seines Bestehens wird es derzeit mit großem Aufwand saniert. Noch zeigt es sich verhüllt, doch eine Wiedereinweihung ist noch vor Ende des Jahres geplant. Das Ikarus-Denkmal ist im Jahr 1914 nach Entwürfen des Bildhauers Peter Christian Breuer im Rahmen eines Wettbewerbs errichtet worden und Otto Lilienthal gewidmet. Der Flugpionier wurde 1848 in Anklam geboren. Nach einem Flugunfall starb er 1896.

Bis zu 250 Meter weit

Lilienthals historische Bedeutung begründet sich vor allem in seiner Leistung als Flugpionier. Mit seinen Flugversuchen mit Flugapparaten gelangen ihm Flüge von bis zu 250 Metern Weite. Lilienthal wohnte in der Boothstraße 17 in Lichterfelde. Hauptberuflich führte er die Dampfkessel- und Maschinenfabrik Otto Lilienthal. Die lebensgroße Figur auf einem vier Meter hohen Sandsteinsockel erinnert an den Todessturz Lilienthals. Die Figur stellt Ikarus dar, der den Rat seines Vaters Daedalos nicht befolgte und sich mit seinen in Wachs gestärkten Flügeln zu sehr der Sonne näherte. Er stürzte ab.

Die griechische Sage versinnbildlicht das tragische Schicksal Lilienthals. Am 9. August 1896 stürzte Lilienthal bei Stölln am Gollenberg im Havelland aus etwa 15 Meter Höhe ab.

Auf der Vorderseite des Sockels ist ein Porträt von Lilienthal angebracht. Es wurde gerade erst nach historischen Fotografien rekonstruiert. Das Denkmal ist wahrscheinlich das früheste, für einen Techniker errichtete Personendenkmal in Deutschland. Es ist Bestandteil des als Gartendenkmal geschützten Parks an der Eduard-Spranger-Promenade am Teltow-Kanal. Das Gartendenkmal wurde eigens zur Präsentation dieser Figur angelegt.

Das Monument ist auch kunsthistorisch von Bedeutung. Es gehört zu den herausragenden Freiraumplastiken Berlins und ist Ausdruck des spät-wilhelmischen Denkmalkults.

Doch im Laufe der Zeit trug das Denkmal erhebliche Schäden davon. Zum einen durch die Witterung, zum anderem aber auch durch Schmierereien.

Maßgeblich dazu beigetragen, dass der Ikarus auf seinem Sockel wieder in altem Glanz erstrahlt, hat der Verein Nofitti. Seit über zehn Jahren setzen sich die Mitglieder für die Beseitigung von Graffiti-Schmierereien im öffentlichen Raum ein. Auch für die Reinigung und Sanierung des Lilienthal-Denkmals hat sich der Verein stark gemacht. "Wir freuen uns, dass nach jahrelangen Bemühungen auch durch uns das Denkmal hergerichtet ist und dem Bezirk zur Zierde gereicht", sagt Dieter Hüsgen von Nofitti e.V..


Karla Menge / KM
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