Auf Voltaire folgt Montessori: Notunterkunft zieht Ende Mai 2016 aus

Berlin: Collège Voltaire |

Wittenau. Die Flüchtlingsnotunterkunft im Collège Voltaire soll zu Ende Mai 2016 aufgelöst werden. In die ehemalige französische Bildungsanstalt wird die Montessori-Schule einziehen.

Das ist das Ergebnis von Gesprächen des SPD-Abgeordneten Thorsten Karge mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Schon 2014 sollte eigentlich die bisher im Diakoniezentrum Heiligensee untergebrachte Schule nach Wittenau wechseln. Doch dann wurde das Gebäude vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) für die Einrichtung einer Notunterkunft beansprucht. Mehrere Hundert Flüchtlinge sind heute in dem Gebäude untergebracht.

Für die Montessori-Schule entstand daraus eine existenzbedrohende Situation, da sie die augenblicklich genutzten Räume in Heiligensee 2016 verlassen muss. Die Montessori-Schule ist in den letzten Jahren gewachsen. Das alternative pädagogische Konzept, bei dem Schüler jahrgangsübergreifend und in Projektgruppen fächerübergreifend lernen, erfreut sich zunehmender Beliebtheit unter Eltern. Im Schuljahr 2012/2013 startete die Schule mit zwölf Kindern, aktuell sind es 113.

Die Schule legt großen Wert auf Inklusionsarbeit, und braucht zudem für die neue Sekundarschule dringend mehr Platz. Eine Lösung schien 2014 mit der leer stehenden ehemaligen französischen Schule Collège Voltaire in der Cité Foch schon gefunden, die Verträge mit der BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) kurz vor dem Abschluss. Dann jedoch benötigte das LaGeSo dringend weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge. Bei einem Besuch der Montessori-Schule im Rahmen seines Stadtteiltages konnte der SPD-Abgeordnete Thorsten Karge im November ein Bild von der Arbeit der Schule machen und versprach, sich für eine Lösung einzusetzen. Die Montessori-Schule kann die Räume ab dem Schuljahr 2016/17 nutzen.

Die Montessori-Schule in der ehemaligen Franzosen-Siedlung Cité Foch entspricht dem Ziel, diesen Stadtteil weiter zu entwickeln und attraktiver zu gestalten. An den Straßen mit noch heute französischen Namen sehen Stadtplaner Potenziale für bis zu 900 zusätzliche Wohnungen. CS

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