Expertenrichtlinie wirft neue Fragen auf

Das elektronische System zur Messung des Heizverbrauchs löst das Problem der Berechnung der Heizkosten in Häusern mit Einrohrheizungen nicht. (Foto: hari)

Marzahn. Der Streit um die Heizkostenabrechnungen in den Hochhäusern am Helene-Weigel-Platz 13 und 14 geht in eine neue Runde. Vertreter des Mieterbeirates der Häuser, ein Sachverständiger vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen und die Marzahner Geschäftsführung der Degewo treffen sich am Freitag, 19. April zum Gedankenaustausch.

Das von der Degewo eingeführte neue System der elektronischen Heizkostenmessung steht in der Kritik. Bei den in den Hochhäusern eingebauten Einrohrheizungen verteilt sich die Heizwärme unterschiedlich. Große Vorwärme ist erforderlich, die bei den Mietern der unteren Etagen zuerst ankommt. Die Mieter schwitzen, auch wenn sie den Regler zudrehen, und müssen für Wärme zahlen, die sie gar nicht wollen. Diese Ungerechtigkeit wird durch das neue Degewo-Abrechnungssystem nicht behoben. Eine Richtlinie des Verbandes der Deutschen Ingenieure empfiehlt Verfahren zur Korrektur von Fehlern bei der Heizkostenbemessung. Dies reicht am Helen-Weigel-Platz aber nicht mehr aus. Das eigentliche Problem sind laut VDI die veralteten oder fehlerhaften Heizanlagen. Deshalb stelle sich die Frage, ob die elektronische Heizkostenerfassung das geeignete Mittel ist, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden.

Das Problem scheint in Marzahn-Mitte weit verbreitet zu sein. Der Bezirksverordnete Ulrich Brettin (SPD) erhielt nach den Veröffentlichungen der Berliner Woche zum Helene-Weigel-Platz zahlreiche Anrufe erhalten. "Die Mieter ärgern sich, dass sie für Wärme zahlen sollen, die sich gar nicht wollen und nicht abstellen können", sagt er. Brettin brachte einen Beschlussantrag ein, der von der BVV Ende März angenommen wurde. Danach soll sich das Bezirksamt mit den Vermietern in Verbindung setzen und Lösungen gegen die teils extrem gestiegenen Heizkosten nach Einführung des elektronischen Ablesesystems finden.


Harald Ritter / hari
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