Sporthalle an der Wuhle verfällt zusehends

Die Sporthalle an der Wuhle ist seit zwei Jahren geschlossen. (Foto: hari)

Marzahn. Die Sporthalle an der Wuhle bietet einen traurigen Anblick: Fenster sind zerschlagen, Türen eingetreten. Im Sommer vergangenen Jahres zerstörte ein Brand zudem ein Teil des Daches.

Die Sporthalle an der Wuhle liegt am südlichen Rand der Großsiedlung Marzahn-Nord. Südlich davon befindet sich der Seelgrabenpark. Wohl deshalb findet der Zustand der Sporthalle nur wenig Beachtung. Zumindest im Bürgerhaushalt gab es den Vorschlag, den Verfall der Sporthalle zu stoppen. In der Begründung hieß es, hierdurch könne sich das Bezirksamt drohende Abrisskosten sparen. Der Abriss werde erforderlich, sobald der Einsturz droht oder ein Kind oder Jugendlicher sich in der Halle verletzt. Der Vorschlag bekam bei der Abstimmung im Stadtteil auf nur 45 Punkte und landete auf Platz 16. Den Vorschlag hatte Reinhard Kneist eingebracht, Betreiber der nahe gelegenen Minigolf-Anlage. "Das Elend der Sporthalle habe ich ständig vor Augen und von Anwohnern werde ich immer häufiger gefragt, was mit der Halle passiert", sagt er.

Die Halle wurde bereits Anfang der 90er-Jahre nicht mehr für den Schulsport genutzt. Ab 1994 wurde sie in Erbbaupacht als Freizeitsporthalle betreiben, bis der Pächter 2005 in die Insolvenz ging. Wenig später übergab das Bezirksamt die Halle an den Liegenschaftsfonds des Landes Berlin. Auch dieser suchte und fand einen neuen Pächter. Doch auch dieser gab nach fünf Jahren wieder auf.

Das Bezirksamt hat inzwischen kein Interesse mehr an der Immobilie. "Wir sind für die Halle nicht mehr zuständig", sagt Bürgermeister Stefan Komoß (SPD). Zum Handeln wäre das Bezirksamt erst veranlasst, wenn von der Sporthalle Gefahren für Passanten ausgingen.

Auf dem Grundstück liegt durch den Erbbauvertrag aus den 90er-Jahren und die Insolvenz des damaligen Pächters eine Restschuld. Mit der Bank kann der Liegenschaftsfonds nicht mehr verhandeln. "Die Bank ist inzwischen selbst in Insolvenz", sagt Irina Dähne, Pressesprecherin des Liegenschaftsfonds.

Das Insolvenzverfahren gegen den vormaligen Pächter ist inzwischen eingestellt. Die Bank habe einen Verwalter eingesetzt, der auch für die Sicherung des Gebäudes zuständig sei. Gegenwärtig habe die verwaltende Firma einen Makler eingeschaltet, um einen neuen Pächter zu finden.


Harald Ritter / hari
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