Der Bezirk setzt auf Umwelttechnologie und erneuerbare Energie

Der Straßenbau im neuen Cleantech Business Park nördlich der Bitterfelder Straße geht voran. Hier entsteht Berlins größtes Industriegebiet. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Wirtschaft im Bezirk wächst, aber nicht die industrielle Produktion. Arbeitsplätze werden nach wie vor nur in geringem Umfang geschaffen.

Bei der Arbeitslosenstatistik steht Marzahn-Hellersdorf relativ gut da. Während die Arbeitslosenquote zu Anfang dieses Jahres bei 10,4 Prozent, bewegte sie sich im Berliner Durchschnitt um 11,7 Prozent. Das hängt mit der großen Zahl gut ausgebildeter Menschen im Bezirk zusammen, die auch in anderen Bezirken Arbeit finden. Marzahn-Hellersdorf ist nach wie vor ein Bezirk, der seinen Bewohnern nur vergleichsweise wenige freie Arbeitsplätze bieten kann. Die Folgen der Schließung von großen Industriebetrieben in den 90er Jahren sind noch längst nicht überwunden.

Der größte private Arbeitgeber im Bezirk ist immer noch das Unfallkrankenhaus in der Warener Straße. Die Gesundheitswirtschaft mit ihren zahlreichen größeren und kleineren Einrichtung ist das Standbein des Arbeitsmarktes.

Laut Wirtschaftsbericht für das Jahr 2013 ist die Zahl der beim Wirtschaftsamt angemeldeten Gewerbebetriebe seit 2003 von rund 14.000 auf über 18.300 gewachsen. Über 80 Prozent der Betriebe sind jedoch Einzelunternehmen und im Dienstleistungsbereich oder im Handel angesiedelt.

Motor der Wirtschaftsentwicklung ist das Handwerk. Seit 2004 ist die Zahl der Handwerksbetriebe von knapp 2700 auf über 3600 gestiegen. Etwa jedes fünfte Unternehmen im Bezirk ist ein Handwerksbetrieb. Auch im vergangenen Jahr wurden rund 150 Handwerksbetriebe neu gegründet.

Die Voraussetzungen hierfür sind günstig. Es gibt im Bezirk noch zahlreiche freie Gewerbeflächen, wenngleich auch diese immer knapper werden. Der Bezirk selbst bietet Flächen in dem großen Gewerbepark Eastside an, der sich von Marzahn-Nord bis hinein nach Lichtenberg erstreckt. Wer nicht selbst bauen will, kann sich in Gewerbehöfen wie denen der GSG in der Wolfener Straße einmieten.

Industrieunternehmen gab es im Bezirk im vergangen Jahr 144. Das sind vier weniger als im Jahr zuvor. Der Bezirk hofft auf eine Wende mit dem Clean Tech Business Park. Dieser entsteht auf einem 90 Hektar großen Gelände an der Bitterfelder und Wolfener Straße. Er soll 2015 fertig sein und Berlins größtes Industriegebiet werden. Der Park ist zur Ansiedlung von Unternehmen der erneuerbaren Energien und der Umwelttechnologie vorgesehen.


Harald Ritter / hari
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