Stadtrat denkt über die Schließung einer Einrichtung nach

Marzahn-Hellersdorf. Terminbuchung spart Zeit. Damit wirbt das Bezirksamt auf seiner Homepage. Es fordert die Bürger auf, den Besuch im Bürgeramt online anzumelden. Doch damit sind lange Wartezeiten längst nicht vorbei.

Ein Blick an einem zufällig ausgewählten Tag in die Warteräume der Bürgerämter in Helle Mitte, in der Marzahner Promenade und im Biesdorf-Center bestätigt dies. Besonders in dringenden Fällen erweist sich das System der Terminbuchung als völlig untauglich. Denn Termine können im Internet in der Regel nur vier Wochen im Voraus gebucht werden. Zwar besteht theoretisch auch noch am gleichen Tag eine Buchungsmöglichkeit - wenn ein Termin frei ist.

Im Mai mussten Besucher der Bürgeramter trotz Termin durchschnittlich elf Minuten warten. Während des Sommers verlängerte sich die Wartezeit auf mehr als eine Viertelstunde.

Als Grund nennt das Amt für Bürgerdienste unter anderem Engpässe beim Personal. Die Bürgerämter haben gegenwärtig rund 30 Mitarbeiter. Davon sind aber im Durchschnitt nur etwa 20 im Dienst. Hauptgrund ist der regelmäßig hohe Krankenstand. Ein weitere Ursache für lange Wartezeiten ist laut Amt die steigende Zahl von Antragsstellern. 95 000 Besucher wurden bis 31. August gezählt.

Ausnahmen von der Vorgabe, einen Termin zu buchen, werden zwar gemacht. Das sind die Besucher, die im Bürgeramt nur einen Personalausweis oder einen Reisepass abholen sowie einen "Berlinpass" beantragen oder abholen wollen. Sie werden anderen Wartenden gegenüber, die keinen Termin haben, bevorzugt behandelt. Denn wer keinen Termin gebucht hat, der sitzt oft stundenlang, bis er vorgelassen wird.

Auch mit Wartemarke kann es schneller gehen, wenn ein anderer zum Beispiel seinen Termin nicht wahrnimmt. Wenn jedoch in einem Bürgeramt nicht genügend Mitarbeiter im Dienst sind, wird der Automat mit den Wartemarken im Laufe des Tages außer Betrieb genommen.

Der für die Bürgerdienste zuständige Stadtrat Stephan Richter (SPD), sieht nur eine Möglichkeit, das Warten zu verkürzen. "Wenn wir das vorhandene Personal auf zwei Bürgerämter konzentrieren könnten, ließen sich pro Jahr 20 000 Termine mehr vergeben", sagt er. Termine könnten dann auch in einem Zeitraum von zwei Wochen angeboten werden.


Harald Ritter / hari
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