Am besten fährt es sich mit Haken

Vorsicht Schlagseite: Autofahrer sollten bedenken, dass sich das Fahrverhalten eines Autos mit Rädern auf dem Dach ändern kann. (Foto: ADAC/Axel Griesch/dpa/mag)

Wer mit seinem Auto ein oder mehrere Fahrräder transportieren will, kann die Räder auf dem Dach, an der Heckklappe oder auf der Anhängerkupplung befestigen.

Letztere Variante ist nach Meinung von Experten nicht nur am sichersten, sondern lässt sich auch am komfortabelsten beladen. Allerdings schränken die Systeme die Sicht nach hinten ein und sind mit Preisen ab etwa 230 Euro recht teuer. Heckklappen-Fahrradträger sind meist günstiger, aber weniger empfehlenswert. Sie werden in die Fuge zwischen Karosserie und Kofferraumklappe eingehakt und mit Spanngurten fixiert. "Diese Hirschgeweihe sind gefährlich", urteilt Ernst Brust, öffentlich bestellter Sachverständiger des Prüfunternehmens Velotech. Bei der Montage und durch ständige Bewegung werde leicht der Fahrzeuglack zerkratzt, außerdem könnten sich die Gurte während der Fahrt lockern.Die beliebteste Variante sind die schon ab 50 Euro erhältlichen Dachträger - nicht zuletzt, weil viele Autos keine Anhängerkupplung haben. Nachteile sieht der ADAC jedoch durch die eher mühsame Beladung und den deutlich erhöhten Spritverbrauch. Außerdem sei ein Dachaufbau windanfällig: "Die Querbelastung zerrt an den Befestigungselementen", sagt Brust. Es sei daher besonders wichtig, Schraubverbindungen und Halterungen zwischendurch zu überprüfen. Beachten müssen Autofahrer auch das veränderte Fahrverhalten ihres Wagens. Und generell sollte mit Fahrradträgern nie schneller als 120 bis 130 km/h gefahren werden, auch ohne offizielles Tempolimit. Auf den Transport am Auto müssen Fahrräder vorbereitet werden. Anbauteile wie Korb, Kindersitz oder Luftpumpe gilt es vorher zu entfernen, sagt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Zudem dürfen die Räder nicht mit einer Plane abgedeckt werden." Dadurch würde dem Wind mehr Angriffsfläche geboten.

Die Herstellerangabe für viele Träger, wonach gleichzeitig vier Räder mitgenommen werden können, gilt nicht unbedingt für Pedelecs. Sie sind sogar ohne Akku oft schwerer als herkömmliche Velos, wodurch das zulässige Gesamtgewicht eines Radträgers schneller erreicht wird. Der ADAC empfiehlt, zur Kontrolle alle zu transportierenden Räder zu wiegen und das Gewicht des Trägers zu addieren. Entsprechende Angaben finden sich auch in den Produktinformationen.


dpa-Magazin / mag
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