Der Traum vom Wintergarten und die Tücken der Planung

Je größer die Fläche eines Wintergartens, desto vielfältiger sind die möglichen Bauformen. (Foto: BV Wintergarten)

Nach dem Winter ist vor dem Winter. Wer zur kalten Jahreszeit in einem Wintergarten sitzen möchte, muss diesen im Sommer bauen.

"Besonders beliebt sind Konstruktionen aus Aluminium", sagt Steffen Spenke, Vorsitzender des Bundesverbandes Wintergarten in Berlin. Das Material benötige wenig Pflege. "Gerne werden auch Kombinationen aus Aluminium und wohnlichem Holz eingesetzt." Die tragende Konstruktion aus Holz ist nach innen sichtbar. Außen ist sie mit einer Wetterschutzschicht aus Metall versehen. Kunststoff wird nach Auskunft des Experten aufgrund der geringen Tragfähigkeit am ehesten für die Fenster verwendet.Als Grundfläche empfiehlt Spenke mindestens 15 bis 25 Quadratmeter. Je größer die Fläche ist, umso mehr ist möglich. Ein Wintergarten kann rechteckige oder mehreckige Grundrisse haben, die frei in den Garten ragen. Er füllt einen rechten Winkel zwischen zwei abgesetzten Gebäudeteilen oder zieht sich um eine Ecke des Wohnhauses. Er kann ein gerades Pultdach, Erker oder Giebel haben.

"Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein: Je aufwendiger die Konstruktion ist, umso kostenintensiver und fehleranfällig wird sie", warnt Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Fulda. Das ist auch die Erfahrung von Peter Struhlik, öffentlich bestellter Sachverständiger für Wintergärten: "Die wenigsten Fehlerquellen birgt ein kastenförmiger Anlehnwintergarten mit einem Pultdach, das unterhalb der Dachrinne endet und dessen Stützen auf einer Sohlplatte aufgebaut werden." Diese sollte höher oder in gleicher Ebene mit dem angrenzenden Terrain liegen.

Grundsätzlich gilt: Je weniger Anschlüsse es an das Haus gibt, desto unproblematischer ist der Anbau eines Wintergartens. Denn durch fehlerhafte Dichtungen kann Wärme entweichen oder Wasser eindringen. Ein Wintergarten soll zwar lichtdurchflutet sein, doch die pralle Sonne erzeugt auch Hitze. "Die Sonneneinstrahlung muss sinnvoll begrenzt werden", sagt Jan Schüsseler von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. "Das geht am einfachsten mit einer innenliegenden Beschattung."

Wird der Wintergarten ganzjährig genutzt, braucht er eine richtig dimensionierte Heizung. Wird diese mehr als vier Monate im Jahr genutzt, muss der Wintergarten die aktuell gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Mancherorts kann es Einschränkungen von den Behörden geben. Oder es ist eine Baugenehmigung nötig.

Mit diesen Details ist ein Laie oft überfordert. Auf den Internetseiten der großen Unternehmensorganisationen, Bundesverband Wintergarten und Fachverband Wintergarten, sind Fachbetriebe und Lieferanten aufgelistet. Aber die Suche ist kompliziert. "Sie brauchen dabei alle möglichen Gewerke wie etwa den Fensterbauer, den Dachdecker und den Experten für Klimatechnik", sagt Struhlik. Das Spezialwissen all dieser Fachleute könne ein Betrieb nur durch entsprechende Subunternehmer gewährleisten oder durch vieljährige Praxis erwerben. Beides kann ein Bauherr nur schwer überprüfen.

Aber er könne versuchen, die Qualität der Firma zu hinterfragen. "Man sollte sich auf jeden Fall Referenzobjekte benennen lassen, die mehr als eine Saison hinter sich haben", sagt VPB-Experte Weber. "Auch wenn jeder Wintergarten ein individuelles Bauwerk ist - man bekommt zumindest ein Gefühl für die Zufriedenheit der Kunden und erfährt, wie eine Firma mit Problemen umgeht." Zudem können sich Verbraucher einen Überblick über Möglichkeiten und Angebote mit Hilfe der Internetseiten von Fachverbänden und Herstellern sowie Katalogen verschaffen.

Ausführliche Informationen zum Wintergartenbau unter http://asurl.de/9sy und http://asurl.de/9sz.

dpa-Magazin / mag
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