Ein Häuschen fürs Alter muss besonders gut geplant werden

Im Alter neu und dann auch altersgerecht zu bauen, kann sich lohnen. (Foto: Kai Remmers)

Und noch mal von vorne: Immer mehr Menschen wagen sich daran, jenseits der 50 ein neues Haus zu bauen. Aber mehr noch als beim ersten Wohneigentum muss in jeder Hinsicht vernünftig geplant werden.

Angefangen beim Standort: "Die soziale Einbindung als Schutz vor Isolation spielt im Alter eine größere Rolle als der Blick ins Grüne", sagt die Architektin Antje Bernier von der Hochschule Wismar.Wichtig sei die Anbindung an den Nahverkehr, die Erreichbarkeit von Geschäften, Ärzten sowie Bildungs- und Kulturangeboten. Breite Fußwege, Querungen mit Ampeln und vom Fußweg deutlich getrennte Radwege seien für Senioren in einer Stadt mit viel Verkehr hilfreich.

"Die Grundsätze des barrierefreien Bauens sind von vornherein wichtig, um eine lange Nutzung der Wohnung oder des Hauses allein und ohne fremde Hilfe zu ermöglichen", erläutert Antje Bernier. Das Leben auf einer Ebene oder die schwellenfreie Erreichbarkeit aller Ebenen sei entscheidend, wenn älteren Menschen manche Bewegungen wie etwa beim Treppensteigen schwerfallen. Sie nennt ausreichende Bewegungsflächen, breite Türöffnungen und tiefe Fensterbrüstungen ein "Muss". Aber auch eine kontrastreiche Gestaltung der Räume zur Entlastung der Augen gehöre dazu. "Die wenigsten Menschen landen im Alter im Rollstuhl, aber die meisten sind sehbehindert", sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. Daher brauchen Ältere gute Lichtverhältnisse im Haus. Das bedeutet: Weniger direkte Sonneneinstrahlung, aber mehr Beleuchtung und klare Kontraste. Sind die Kinder ausgezogen, werden deren Zimmer oft nicht mehr gebraucht. Dennoch sollte der Neubau nicht zu klein geplant werden, findet Reinhold-Postina. Denn: "Je älter man mit dem Partner wird, desto wichtiger ist auch eine Rückzugsmöglichkeit in den eigenen vier Wänden."

Auch die Größe des Gartens sollte im Alter nicht in allen Fällen geschmälert werden: Zwar werde über den Pflegebedarf eines großen Gartens oft gestöhnt, aber er könne auch ein Ort des Rückzugs und ein Hobby sein. "Gerade mit abnehmender Mobilität gewinnt ein Garten an Attraktivität", sagt Reinhold-Postina. Vorteilhaft sei hier aber weniger ein englischer Rasen als ein naturnaher Garten, der weniger Pflege braucht.


dpa-Magazin / mag
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