Vorsorgecheck bei Optikern und Augenärzten

Dr. Wolfgang Hanuschik untersucht die Sehkraft einer Patientin. Sehtests können Augenkrankheiten vorbeugen. (Foto: Jana T. Wörrle)

Alle unsere Zellen altern, auch die im Auge. Genau wie Haut, Muskeln, Knochen und Sehnen werden sie über die Jahre abgenutzt und brauchen daher eine immer intensivere Pflege. Und natürlich gilt auch hier: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Gesunde Ernährung, ein aktiver Stoffwechsel und nicht zu viel Stress halten auch die Augen fit. Und das ist nötiger denn je, denn immer mehr Menschen verrichten ihre Arbeit vor dem Computer. Immer mehr optische Reize führen zu einer Daueranstrengung der Augen. Die Folge: die Zahl der Brillenträger steigt. Neben Sehschwächen gibt es aber auch Augenkrankheiten, die hierzulande weit verbreitet sind. Mit zunehmendem Alter treten sie häufiger auf, daher sollten Menschen ab 50 Jahren häufiger einen Sehtest machen lassen.

Zu den häufigsten Augenkrankheiten gehört die Makuladegeneration, bei der ein bestimmter Teil der Netzhaut langsam abstirbt. Die Sehschärfe lässt nach und das Bild verzerrt sich. Weit verbreitet sind zudem der Graue Star (Katarakt), bei dem sich die Linse eintrübt und der Grüne Star (Glaukom), eine Schädigung der Nervenzellen der Netzhaut. Auch die diabetische Rethinopathie ist eine Folgeerkrankung der Diabetes. "Fast immer treten diese Krankheiten im höheren Alter auf", sagt Augenarzt Dr. Wolfgang Hanuschik in Berlin. Werden sie früh erkannt, erhöhen sich die Chancen, die Symptome zu mildern und den Verlauf der Krankheit zu verzögern. "Den Grauen Star kann man operieren und die Retinopathie per Laserbehandlung in den Griff bekommen", sagt Hanuschik. Er weist darauf hin, dass die anderen Erkrankungen meist nur zu stoppen, aber nicht heilbar sind. "Ab einem Alter von 40 Jahren sollte jeder neben dem normalen Sehtest auch einmal eine Glaukom-Früherkennung machen lassen", rät er. Dies erfolgt durch die Messung des Augeninnendrucks und die Untersuchung des Sehnervkopfes auf Veränderungen. Ab 50 Jahren sollte diese Untersuchung etwa alle zwei Jahre stattfinden. Wer jedoch selbst Veränderungen feststellt, merkt, dass er schlechter sieht oder dass die Augen schmerzen, sollte umgehend zum Augenarzt gehen.

Normale Sehtests bieten auch die Augenoptiker an. "Wir leben in einem komplett visualisierten Zeitalter. Unsere Augen müssen jeden Tag sehr viel leisten", sagt Jürgen Meyer, der Vizepräsident des Zentralverbands der Augenoptiker, der mit einer Aktion "Einmal im Jahr zum Augenoptiker" für mehr Prävention wirbt. Meyer dringt darauf, dass das auch die Jüngeren nutzen sollten. "Bei immer mehr jungen Erwachsenen stellen wir eine Kurzsichtigkeit fest. Das kann sich besonders beim Autofahren fatal auswirken." Seiner Meinung nach sollten regelmäßige Wiederholungen der Sehtests für Autofahrer verpflichtend sein.

"Wir messen die Sehstärke und erkennen damit sozusagen die Baufehler der Augen", erklärt Meyer. Wenn es dagegen um die Feststellung eines Krankheitszustands geht, verweist er auf die Augenärzte: "Wir Augenoptiker und Optometristen dürfen auch Augeninndruckmessungen durchführen, ebenso wie die Inspektion des hinteren sowie vorderen Augenabschnittes. Dies ist für die Anpassung von Kontaktlinsen zwingend erforderlich." Die Sehtests beim Optiker, die Hinweise darauf geben, ob sich die Leistung des Auges verändert, sind kostenlos. Die Feststellung der Dioptriewerte ist im Regelfall zu bezahlen. Viele Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt zählen dagegen zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die die gesetzliche Krankenkasse nicht übernimmt. Für den grünen Star kostet sie beispielsweise zwischen 20 und 50 Euro, bei der altersabhängigen Makuladegeneration liegen die Kosten zwischen 30 und 80 Euro.

Literatur: "Richtig sehen: Laser, Linse, Brille", 192 Seiten, broschiert, Stiftung Warentest, 16,90 Euro, ISBN 3868511016. Weiterführende Informationen für Patienten im Internet unter http://asurl.de/lvd.

Jana Tashina Wörrle / jtw
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