Männer und Frauen kommunizieren im Büro oft anders

Frauen haben oft das Problem, sich in einer Konferenz mit männlichen Kollegen Gehör zu verschaffen. (Foto: Jens Kalaene/dpa/mag)

"Der Toner müsste mal gewechselt werden" - auf so einen Satz reagieren Männer und Frauen im Büro ganz verschieden. Die Kolleginnen springen fast zeitgleich auf und rennen zum Kopierer. Die Kollegen bleiben sitzen.

Wer kennt solche Szenen nicht? Die Verständigung zwischen männlichen und weiblichen Kollegen im Büro hakt häufig. Der Grund: Eine solche Aufforderung komme bei Männern einfach nicht an, sagt Kommunikationstrainerin Cornelia Topf aus Augsburg. Das sei auch kein böser Wille. "Aber Männer brauchen klare Anweisungen."Ein ähnlicher Fall: Eine Mitarbeiterin fragt ihren Kollegen: "Sollten wir nicht mal wieder ein Meeting einberufen?" Die Reaktion ihres männlichen Kollegen bleibt aus. "Eine Frau will eigentlich nur höflich sein", erklärt Topf dieses Verhalten. Sie will niemandem einen Termin vorschreiben. Doch im Umgang mit Männern ist genau das der Fehler. Sie hätte ihrem Kollegen konkret sagen sollen, dass nächste Woche Mittwoch um 14 Uhr ein Treffen stattfindet.

Das Problem: Frauen drücken sich indirekt aus, benutzen häufig den Konjunktiv. Damit wollen sie Nähe und ein gutes Arbeitsklima erzeugen. "Aber auf Männer wirkt das unsicher und unterwürfig." Frauen denken und sprechen zudem eher beziehungsorientiert, Männer eher sach- und lösungsorientiert. "Deswegen wird ein Mann schnell ungeduldig, wenn eine Frau etwas erklärt, weil er nach dem Problem sucht", erklärt Führungskräftetrainer Roland Kopp-Wichmann aus Heidelberg. Oft sei aber keines da. Die Frau will sich nur mitteilen oder ihre Gefühle schildern. "Das leuchtet einem Mann nicht ein."

Frauen seien meist nach den Spielregeln der non-hierarchischen Kommunikation sozialisiert worden, Männer nach denen der hierarchischen, sagt Karrieretrainerin Marion Knaths aus Hamburg. Ein Beispiel aus einer x-beliebigen Konferenz: Frauen sprechen ihren Vorschlag laut in die Runde, adressieren dabei jeden. "Aber in der hierarchischen Kommunikation ist das ein großer Fehler." Wenn eine rangniedere Person in die Runde spreche, sei das nicht mehr als ein Rauschen in den Ohren des Chefs. So kann es dann auch passieren, dass ein männlicher Kollege den gleichen Vorschlag wie zuvor eine Frau macht, aber direkt den Ranghöchsten anspricht - und gehört wird.

Ein unterschiedliches Kommunikationsverhalten legen Frauen und Männer auch bei der Annahme von Lob an den Tag. "Männer können selbstbewusster etwas annehmen", erklärt Topf. Werden sie für ihre Arbeit gelobt, strecken sie die Brust heraus und denken vollkommen selbstverständlich: "Ja klar, habe ich gut gemacht." Frauen hingegen lehnen Lob in der Regel stärker ab als Männer. "Die meisten Frauen werten das ab", sagt Kommunikationsexpertin Claudia Enkelmann aus Königstein im Taunus. Männer reden darüber, was sie geleistet haben. Frauen hingegen arbeiten fleißig und warten ab, dass ihre Leistung entdeckt wird. "Frauen müssen lernen, über ihre Erfolge zu sprechen."

Mehr zum Thema in der Broschüre "Miteinander reden - erfolgreich kooperieren" des Amts für rheinische Landeskunde. Link zur PDF-Datei: http://dpaq.de/0OxJ1.

dpa-Magazin / mag
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