Trotz Elternzeit im Job durchstarten

Während der Elternzeit ist es wichtig, Kontakt zum alten Arbeitgeber zu halten. Das gelingt, indem man im Büro mal vorbeischaut. (Foto: Tim Brakemeier/dpa/mag)

Der Job macht Spaß, die Karriere läuft gut. Doch dann kommt das erste Kind. Nun fragen sich viele Frauen: Wie lange will ich in Elternzeit gehen?

Einerseits ist ihnen die Karriere wichtig. Andererseits hat das Wohl des Kindes Priorität. Wie lange darf die Elternzeit also dauern, ohne dass danach die Karriere ins Stocken gerät?"Wer Karriere machen will, sollte sich nicht allzu lange eine Auszeit nehmen", findet Karriereberaterin Claudia Enkelmann aus Königstein. "Hat man eine hohe Position, kann man nicht einfach ein Jahr wegbleiben." Wer drei Monate nach der Geburt zu Hause bleibt, werde jedoch wohl kaum Probleme bekommen. "Das ist auch in Deutschland völlig akzeptiert."

Sechs Monate Elternzeit könnten dann allerdings schon kritisch werden, sagt Enkelmann, selbst zweifache Mutter. "In einem halben Jahr verpasst man nicht nur den Anschluss an Abläufe im Unternehmen. Wichtige Projekte können auch nicht ein halbes Jahr liegen bleiben." Daher werde für diese Zeit meist eine Vertretung gesucht. "Und wenn die gut ist, könnte die einem den Job streitig machen und zur ernsthaften Gefahr für die eigene Karriere werden."

Dennoch nehmen in Deutschland die meisten Frauen eine längere Auszeit nach der Geburt eines Kindes. Das Institut für Demoskopie Allensbach fand 2007 in einer repräsentativen Studie heraus, dass Mütter im Schnitt 3,4 Jahre in Elternzeit gehen, berichtet Dörthe Gatermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Wie lange eine Frau zu Hause bleiben kann, ohne dass ihre Karriere leidet, geht laut Gatermann aus Studien nicht direkt hervor. Doch egal, wie lang die Auszeit ist: Wem der Job wichtig ist, sollte währenddessen Kontakt zum Arbeitgeber halten. "Es ist nicht sinnvoll, sich mit dem Antrag auf Elternzeit abzumelden und sich erst einen Tag vor Wiedereintritt in den Job zurückzumelden", sagt Friedrun Bastkowski vom Verein Kobra in Berlin, der Frauen bei der Karriereplanung hilft. Besser sei, sich schon vorher wieder zu zeigen. So sei es möglich, nach der Geburt mit dem Kind vorbeizuschauen.


dpa-Magazin / mag
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