Wie bereite ich mich sinnvoll auf das Alter vor?

"Es fällt mir schwer, dass ich nicht mehr alles machen kann", sagt Agnes P. (Foto: Umsorgt wohnen)

Als Margarete O. 80 Jahre alt war, wollte sie für das eigene Alter vorsorgen. Die alleinstehende Dame wollte wissen, in welches Altenheim sie im Notfall einziehen könnte, was das kostet, und wie die Pflegeversicherung funktioniert.

Es hat einige Wochen gedauert, bis sich die pensionierte Lehrerin einen Überblick verschafft hatte. Doch der Notfall ist nie eingetreten, sodass die heute 96-Jährige immer noch in ihrer eigenen Wohnung lebt. Dort wird sie morgens und abends von den Mitarbeitern eines Pflegedienstes liebevoll unterstützt. Ihre langjährige Reinmachefrau kocht mittags für sie, Freunde kümmern sich rührend. Das Problem bei dieser Art der Altersvorsorge ist, dass man noch gar nicht weiß, ob und wann man einmal pflegebedürftig sein wird. Schlaganfall oder Treppensturz? Die gesundheitlichen Nackenschläge kommen, wann sie wollen. Wir haben da wenig Einfluss. Folglich bringt es gar nichts, sich im Vorfeld bereits festzulegen und zu sagen: "Ich werde niemals ins Altenheim ziehen!" Denken wir nur einmal daran, dass die Kinder, die die Betreuung daheim übernommen haben, in den Urlaub fahren. In dieser Zeit kann das Leben in den eigenen vier Wänden einsam werden. Als Alternative bietet sich die Kurzzeitpflege an. Wer solange wie möglich in der vertrauten Umgebung bleiben möchte, sollte wissen, wo der nächste mobile Pflegedienst zu finden ist, welcher Menüdienst das Mittagessen ins Haus bringt und in welchen Altenheimen Kurzzeitpflege angeboten wird.

Es gibt zahlreiche Angebote, damit ältere Menschen solange wie möglich in der vertrauten Umgebung leben können. Doch es gibt auch eine klare Grenze für diese Wohnform: Man muss mit dem Alleinsein zurechtkommen. Urlaubsfahrten, Ausflüge und Geselligkeit gibt es eher im Altenheim. Zu Hause sind die Freizeitangebote durch engagierte Vereine, zum Beispiel von einem Hundebesuchsdienst, eher überschaubar. Außerdem sind alleinstehende Menschen, die unter einer Demenz leiden, zu Hause oft nicht gut untergebracht. So groß die Umstellung auch sein mag, das Altenheim bietet in diesen Fällen oft die geeignete Wohnform.

Wer sich also schlaumachen möchte, sollte sich mit der Pflegeversicherung befassen, um kein Geld zu verschenken. Außerdem ist ein Überblick über die zahlreichen Betreuungs- und Pflegeangebote hilfreich. Auf eine konkrete Krankheit irgendwann kann man sich kaum vorbereiten. Und nie vergessen: Niemand wird schneller alt oder pflegebedürftig, weil er sich rechtzeitig mit dem Thema "Wohnen im Alter" beschäftigt.

Buch-Tipp: Das Betreute Wohnen wird mit Preisen und Leistungen im Altenheim-Ratgeber "Umsorgt wohnen in Berlin-Brandenburg" vorgestellt. Das Buch kostet 19,90 Euro und ist im Buchhandel erhältlich. Bestelltelefon: 0800/600 89 84 (gebührenfrei, keine Versandkosten). Mehr Informationen bietet die Seniorenseite www.umsorgt-wohnen.de im Internet.

Jochen Mertens / jm
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