Erinnerungen an historische Ereignisse jetzt auch im Internet

Eine Gedenktafel an der Fassade der Humboldt-Universität ehrt den Physiker Max Planck. (Foto: HC)

Berlin. Wer aufmerksam durch Berlin geht, sieht an Hauswänden und unter freiem Himmel zahlreiche Tafeln und Hinweise, die an historische Ereignisse und Personen erinnern, die für die Berliner Geschichte von Bedeutung waren. Sie können neuerdings im Internet auf gedenktafeln-in-berlin.de betrachtet werden.

Die Internetseite ist eine Gemeinschaftsproduktion der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten, des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Deren Repräsentanten André Schmitz, Kaspar Nürnberg und Johannes Tuchel betonten bei der Vorstellung der Seite, mit ihr bestehe die einzigartige Möglichkeit, nicht nur historische Örtlichkeiten kennenzulernen, sondern sich auch mit der Biographie derjenigen vertraut zu machen, die dort gelebt, gearbeitet und gelitten haben. Die Zusammenstellung ist nach Bezirken, Straßen und Plätzen, aber auch nach Ereignissen, Institutionen und Gebäuden untergliedert und lässt sich durch ein Personenregister erschließen.

Viele Gedenktafeln aus Porzellan, Metall oder Stein weisen darauf hin, dass in Berlin nicht nur bedeutende Männer und Frauen Spitzenleistungen der Kultur, Kunst und Wissenschaft erbracht haben. Ein großer Teil der Tafeln weisen darauf hin, dass hier während der vor 80 Jahren errichteten Nazidiktatur schreckliche Verbrechen geplant und begangen wurden. Darüber hinaus spielen in der Berliner Gedenkstättenkultur die Nachkriegszeit und die Periode der Teilung eine große Rolle. So kann man auf der Internetseite ganz neue, entlang der ehemaligen Ost-West-Grenze aufgestellte Stelen mit Bildern und Texten zur Lage nach dem Mauerbau 1961 und über Fluchtversuche betrachten, die oft tödlich endeten oder den Flüchtenden hohe Zuchthausstrafen und ihren Familien schwere Drangsalierungen eintrugen.

Ungeachtet umfassender Nachforschungen kann manches übersehen worden sein, räumen die Autoren der Internetseite ein. Deshalb würden sie sich darüber freuen, wenn aufmerksame Nutzer ihnen Hinweise auf weitere Tafeln melden und Vorschläge für weitere machen.

Kontakt: Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten, 90 22 82 03, Aktives Museum 26 39 89 039 und Gedenkstätte Deutscher Widerstand 26 99 50 00.

Helmut Caspar / HC
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