Friedrichstraße: 244 Stellen werden überprüft

Mitte. Die Deutsche Bahn hat nach dem Absturz eines Betonbrockens aus der Decke der Bahnhofshalle Friedrichstraße mit der Sanierung begonnen.

Überall stehen Sicherheitsleute in der Ladenpassage, die Bereiche unter dem Gleis 4 sind abgesperrt. Am 13. Dezember war hier ein 25 Kilogramm schwerer Betonbrocken aus der Decke gefallen und hätte um Haaresbreite Passanten erschlagen. Grund dafür ist Baupfusch. Bei der Sanierung des Bahnhofs Ende der 90-er Jahre wurden die Stellen, auf denen der Bahnsteigquerträger auf dem Gleistrog aufliegt, mit Beton verfüllt. Laut Bauplan hätten die Auflager aber frei bleiben müssen, damit die Bahnsteigträger die Schwingungen aufnehmen können. Warum die Baufirmen damals Beton in die Freiräume gespritzt haben, ist derzeit unklar. Die Bahn hat die Untersuchungen dazu noch nicht abgeschlossen. Durch Schwingungen hatte sich der Beton an einer Auflagestelle gelöst und war durch die Hallendecke der Ladenpassage gestürzt. Experten müssen nun jede der 244 Auflagestellen einzeln prüfen. Je nach Zustand wird durch einen sogenannten Entlastungsschnitt ein Teil der Betonfüllung entfernt. Arbeiter schneiden dazu einen ein Zentimeter breiten und acht Zentimeter tiefen Schlitz in den Beton, damit die Bahnsteigplatte wieder frei schwingen kann. Keine einfache Aufgabe, denn die Stellen sind schwer zugänglich. Die Statik des Bahnhofsgebäudes ist laut Bahnangaben nicht beeinträchtigt. Vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zugelassene Gutachter sowie Brückenprüfer begleiten die Bauarbeiten. Die Deutsche Bahn lässt die Trupps im Mehrschichtbetrieb bohren, um die Beeinträchtigungen für Reisende, Kunden und Ladenmieter so gering wie möglich zu halten. Der Zugverkehr ist durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt. Im Februar sollen die Gerüste abgebaut werden. Wie viel die wochenlange Sanierung kostet, kann die Bahn erst nach Abschluss der Arbeiten beziffern teilte ein Sprecher mit.


Dirk Jericho / DJ
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