Modefirma und Star-Architekten kaufen Grundstücke an der Ackerstraße

Mitte. Der Liegenschaftsfonds (Lifo) hat im Juni die Grundstücke auf dem Gelände der abgerissenen Hemingway-Schule in der Acker- Ecke Invalidenstraße direkt an Jette Joop und GRAFT Architekten vergeben.

Die Direktvergabe an die Hamburger Modemacherin Henriette Joop und die Star-Architekten vom Büro GRAFT ist seit Jahren umstritten. Der Bezirk wollte hier ein Wohnviertel. Der frühere Baustadtrat und jetzige Baustaatssekretär Ephraim Gothe (SPD) hatte seinerzeit vorgeschlagen, die Flächen an Genossenschaften, städtische Wohnungsgesellschaften und Baugruppen zu verkaufen. Doch der Senat wollte unbedingt Jette Joop, eine Entscheidung im Lifo-Steuerungsausschuss wurde immer wieder vertagt. Nach Informationen der Berliner Woche musste Jette Joop zusichern, ihren Firmensitz von Hamburg an die Ackerstraße zu verlagern. Die Modemacherin wollte sich zu dem soeben besiegelten Kauf nicht äußern. Auch die GRAFT-Architekten, die an der Invalidenstraße ein Grundstück vom Lifo bekommen haben, wollten keine Details nennen. Ob GRAFT selbst in den Neubau zieht, "ist noch nicht entschieden", so GRAFT-Sprecherin Nora Zerelli. Der Bebauungsplan schreibt für das Grundstück ab dem zweiten Obergeschoss Wohnungen vor. Schwer vorstellbar, dass die zwei unteren Geschosse für den Firmensitz der Jette GmbH ausreichen sollen. Insider vermuten, dass Jette Joop nur einen Briefkasten hinhängt. Weil der Liegenschaftsfonds das Filetgrundstück direkt und damit zum Verkehrswert verkauft hat, war der Grundstücksdeal auf jeden Fall günstig.Direkt links neben Jette Joop an der Ecke Elisabethkirchstraße soll schon im Frühjahr der Bau eines fünfgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses beginnen. Bauherr ist Markus Friedrich. Ihm gehörte bis Ende 2012 das Haus in der Ackerstraße 169, in dem kurz nach der Wende das linke Kultur- und Wohnprojekt Schokoladen eröffnet wurde. Nach jahrelangen Querelen und Räumungsklagen hatte Friedrich im Dezember die marode Immobilie an die Schweizer Stiftung Edith Maryon verkauft und damit die Zukunft des Schokoladens gesichert. Im Gegenzug bekam er das landeseigenes Grundstück an der Ackerstraße.


Dirk Jericho / DJ
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