Senat prüft Heim für Flüchtlinge in der Lissabonallee

Berlin: JFE Düppel |

Zehlendorf. Viel Aufregung gibt es derzeit um einen neuen Standort für eine Flüchtlingsunterkunft an der Lissabonallee. Anwohner beschweren sich darüber, dass sie nicht informiert wurden.

„Wir sind gar nicht gegen eine neue Unterkunft, wollen aber wissen, in welchem Umfang gebaut wird“, sagt Karin Rudolph. Rechtzeitige Informationen hätten sicher das Aufkommen von Gerüchten verhindert. „So heißt es zum Beispiel, dass es einen über drei Meter hohen Zaun geben soll. Auch über die Zahl der künftigen Bewohner gibt es wilde Spekulationen. Viele Anwohner sind verunsichert und beunruhigt“, erklärt Rudolph.

Auch Wolfgang Stürzbecher beklagt, dass die Anwohner nicht vom Bezirksamt über die Pläne informiert wurden. „Wir wollen nicht erst mitreden, wenn die Planungen abgeschlossen sind“. Zumal in unmittelbarer Nähe sozialer Wohnungsbau für bis zu 600 Bewohner geplant sei. Zusammen mit den Containerbewohnern bringe das zu viele Menschen in die Umgebung. „Wie soll da Integration gelingen?“, fragt er. Stürzbecher hält den Plan, das Heim auf dem 12 000 Quadratmeter großen Sportplatz der Jugendfreizeiteinrichtung Düppel in der Lissabonallee 6 zu errichten, für fragwürdig. „Der wird doch genutzt.“ Laut Stadträtin Christa Markl-Vieto (B’90/Grüne) wird der Platz auf dem Platz gespielt. Weder Schulen noch Vereine suchten ihn auf. Als Ersatz werde ein Kleinspielfeld in der Nähe hergerichtet, eventuell auf dem Gelände selbst. Dazu müsse die Prüfung durch die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) abgewartet werden.

Auch Gernot Mann, Referent von Bürgermeister Norbert Kopp (CDU), hält eine Anwohnerversammlung zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht. Erst müsse die Prüfung durch die BIM abgewartet werden, ob der Standort geeignet ist. Erst danach machten Informationen Sinn. „Gibt es grünes Licht vom Senat, werden wir die Bürger einladen.“

Zur Zahl der zu erwartenden Heimbewohner kann Mann keine genauen Angaben machen. „Dort sollen nur Familien untergebracht werden. Man braucht also mehr Küchen und Aufenthaltsräume, sodass im Vergleich zu anderen Unterkünften weniger als 400 bis 500 Menschen dort leben werden.“ uma
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