Schonfrist für Hundefreunde ist vorbei

Steglitz-Zehlendorf. Das Bezirksamt hat eine Zwischenbilanz zur Neuregelung für das Mitführen von Hunden an Schlachtensee und Krummer Lanke gezogen. Laut Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto (B‘90/Grüne) sei die Resonanz eher positiv. Sie sehe aber noch Nachbesserungsbedarf.

Die seit 15. Mai geltende Regelung, Hunde angeleint und nur noch auf dem oberen Seeweg zuzulassen, werde grundsätzlich beachtet. Zwei Drittel der Reaktionen signalisierten Zustimmung. „Viele Bürger schreiben, der Aufenthalt an den Seen mit Kindern sei sicherer geworden“, sagt die Stadträtin.

Sorge hingegen bereite Vandalismus. Die Hinweisschilder und die Poller mit den aufgemalten „Hundeampeln“ würden zerstört und müssten regelmäßig erneuert werden. „Das kostet Geld und es handelt sich um eine Sachbeschädigung, die bei der Polizei angezeigt und geahndet wird“, erklärt Markl-Vieto.

Zur Orientierung und für mehr Sicherheit sollen die Poller jetzt mit Nummern versehen werden. Markl-Vieto: „Sie erleichtern es Rettungsdiensten, in Not geratenen Bürgern schneller zu Hilfe zu kommen.“

Die Bürgerinitiative (BI) Berliner Schnauzen begrüßt, dass das Bezirksamt endlich erkenne, dass eine Gefahrenlage entstanden sei. „Jetzt wird wenigstens ein bisschen was getan, um Opfern von An- und Übergriffen schneller zu Hilfe zu kommen.“ Durch das Hundeverbot hätten einige Menschen sich berechtigt gefühlt, vermeintlich Schuldige „robust“ aufzufordern, angebliches Recht zu beachten. Vandalismus und Zerstörung lehne man ebenfalls ab: „Die BI hat sofort nach Bekanntwerden der Beschädigungen dazu aufgefordert, diese zu unterlassen. Wir weisen jedoch darauf hin, dass sie nicht automatisch Hundefreunden zugeordnet werden können“.

Weitere Gegner der Verordnung organisieren wöchentliche Demonstrationen mit Hunden am verbotenen Ufer. Die BI „Hunde am Schlachtensee“ zweifelt die rechtliche Grundlage an und hat beim Verwaltungsgericht Klage eingereicht. Fest steht aber auch: Die bisherige Schonzeit ist vorbei. „Wer jetzt noch mit Hund auf dem Uferweg erwischt wird, kassiert ein Knöllchen“, versichert die Stadträtin. uma
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