Pankow will Kleingärten schützen und schlägt Senat Alternativen vor

Pankow. Der Senat erarbeitet zurzeit den neuen Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen. Im bisherigen Entwurf sind auch Pankower Kleingärten als Standorte für Wohnungsneubau ausgewiesen.

Dagegen hat sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ausgesprochen. Er möchte die noch bestehenden Anlagen komplett erhalten. Deshalb bietet er dem Senat Ersatzstandorte an. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Ausschuss auf seiner jüngsten Sitzung. In Pankow müssten rein rechnerisch jedes Jahr etwa 1700 neue Wohnungen entstehen, um den Einwohnerzuwachs von 40 000 Menschen bis zum Jahr 2020 aufzufangen. Wo dies nicht geschehen soll, das macht der Ausschuss mit seinem Beschluss deutlich. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Piraten wurden für mehrere Gebiete Stoppzeichen gesetzt. Für andere Flächen gaben die Verordneten stattdessen grünes Licht für eine Wohnbebauung. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und wissen, wo Pankow sinnvoll wachsen kann. Jetzt ist es am Senat, seine Planungen nachzubessern." so Roland Schröder (SPD), Vorsitzender des Ausschusses. Der Beschluss gibt dem Bezirksamt fünf Aufträge für die anstehenden Verhandlungen zum StEP Wohnen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. In diesem Plan werden potenziellen Wohnungsbaustandorte aufgelistet, auf denen jeweils mehr als 100 Wohnungen entstehen könnten. Geschützt werden sollen insbesondere die Kleingartenanlagen. Roland Schröder: "Rotes Licht gibt der Ausschuss auch für ehemalige Kleingärten, die jetzt als Erholungsanlagen und Siedlungen erfasst sind." Für diese Flächen müssten erst langwierige Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden, um sie zu Bauland zu machen. Für die Bezirkspolitiker hat die Erhaltung dieser früheren Kleingärten aber eine höhere Priorität als das Schaffen neuer Wohnungsbauflächen. Verzichten müssen die Planer aus Sicht der Verordneten auch auf die Elisabethaue in Französisch-Buchholz-Nord, das Gebiet Buch V und das Gebiet östlich der Straße 33 in Karow. Stattdessen werden zwölf Gebiete im Innenbereich von Pankow sowie Teilflächen von Friedhöfen vorgeschlagen, auf denen neuer Wohnraum entstehen kann.


Bernd Wähner / BW
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