Senat lässt den Untergrund im Ernst-Thälmann-Park weiter reinigen

Prenzlauer Berg. Der Senat wird die Grundwassersanierung im Ernst-Thälmann-Park bis auf Weiteres fortsetzen. Sie wird sogar noch ausgeweitet.

Vor zehn Jahren war das Grundwasser unter dem Park noch eine dunkelbraune Brühe. Glücklicherweise gehört dieses Gebiet nicht zum Trinkwassereinzugsbereich. Trotzdem nahm sich der Senat der Grundwasserreinigung an. Das lag vor allem auch daran, dass das verschmutzte Grundwasser in Richtung Spree zu fließen drohte.Verursacher der Verschmutzung war das alte städtische Gaswerk. 1982 wurde es geschlossen und abgerissen. Die DDR-Staatsführung hatte die Idee, auf dem Gaswerkgelände einen Wohnpark zu errichten. Allerdings setzte man die Planer und Bauleute unter Zeitdruck. Der Park sollte nach dem Arbeiterführer Ernst Thälmann benannt und zu dessen 100. Geburtstag im April 1986 eingeweiht werden. Das führte dazu, dass keine Zeit blieb, die alte Technik unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes zu entfernen. So wurden Rohrleitungen, gefüllte Tanks und Teerbecken einfach im Boden versenkt und zugeschüttet.

1991 klagten erstmals Anwohner über Geruchsbelästigungen. Daraufhin ließen Senat und Bezirk den Park untersuchen. Dabei wurden gravierende Altlasten im Boden entdeckt. Reste der alten Benzolanlage und zwei Teerbecken wurden entsorgt. Viele Giftstoffe waren allerdings schon ausgeflossen und Richtung Grundwasser gesickert. Deshalb entschloss sich der Senat, 2004 eine Grundwasserreinigungsanlage zu installieren. Aus bis zu 20 Metern Tiefe wird seitdem Grundwasser aus vier Sanierungsbrunnen an der Danziger Straße/Ecke Greifswalder Straße gefördert, gereinigt und wieder in den Grundwasserleiter in die Erde gepumpt. Das Wasser sieht zwar jetzt klarer aus, aber Trinkwasserqualität hat es nicht. Bei Regen werden stets neue Giftstoffe ins Grundwasser gespült. Aber: Das kontaminierte Wasser breitet sich wenigstens nicht weiter aus. Damit das so bleibt, wird der Betrieb der Anlage fortgesetzt. Jüngste Untersuchungen ergaben, dass sich auch unter der Danziger Straße kontaminiertes Grundwasser befindet. Deshalb soll hier ein neuer Brunnen gebohrt werden.


Bernd Wähner / BW
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