Gärtner mähten an einem Teich im Frauenviertel

Anwohner Heinrich Cablitz ärgert sich: "Am Ufer des Regenrückhaltebeckens stehen nur noch vereinzelte Büsche." (Foto: Sylvia Richter)

Rudow. Seit etwa 15 Jahren gibt es einen künstlich angelegten Teich an der Schönefelder Straße. Er dient als Regenrückhaltebecken für das Frauenviertel, ist aber auch eine geschützte Grünanlage. Ein Großteil der Wasser- und Sumpfpflanzen fiel nun einem Kahlschlag zum Opfer.

Etwas versteckt hinter Bäumen an der Schönefelder Straße und direkt neben der Straße 148 wurde vor 15 Jahren ein Regenrückhaltebecken angelegt. Dort sammelt sich das Wasser aus dem Frauenviertel nach starkem Regenfall an, läuft über den Meskengraben zum Rudower Fließ und weiter zum Teltowkanal. Der etwa 20 mal 140 Meter große Teich hat aber auch noch eine andere Funktion. Seit langem ist das Ufer umsäumt von zahlreichen Wasser- und Sumpfpflanzen.

Ende der Beschaulichkeit

Darunter sind geschützte Arten wie Blutauge und Sumpfdotter, die vielerorts auf der Liste der bedrohten Pflanzenarten stehen. Enten, Reihern und Rallen bieten die Pflanzen einen Lebenssraum. Mit der Beschaulichkeit des Kleinods ist es erst einmal vorbei. Denn Anfang August verschwanden die Pflanzen, die rings um den Teich ein breites Band gezogen hatten. Nur noch vereinzelte Büschel blieben nach der Mähaktion einer Gärtnerei am Ufer stehen. "So ein Vorgehen ist seelenlos", meint Rudolf Berr, der oft in der geschützten Grünanlage spazieren geht. Schon 2007 hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben. Die für das Gewässer zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte nach seiner Beschwerde einräumen müssen, dass bei der Mähaktion ein meterbreiter Pflanzenstreifen am Ufer hätte stehen bleiben sollen.

Dieses Mal wollte sein Nachbar Heinrich Cablitz das nicht hinnehmen und beschwerte sich ebenfalls beim Senat. "Für die Wasservögel waren die Uferpflanzen ein wichtiges Rückzugsgebiet", sagt Cablitz. Besonders vor freilaufenden Hunden fänden die Tiere nun keinen Schutz mehr.

Senat entschuldigt sich

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bedauert diesen erneuten Vorfall auf Anfrage der Berliner Woche. "Es sollte ein meterbreiter Streifen rings um das Ufer frei bleiben", bestätigt Pressesprecherin Petra Rohland. Der Fehler liege aber nicht bei der Gärtnerei. Vielmehr sei dies im Hause nicht kommuniziert worden. "Wir entschuldigen uns für den Vorfall und wollen zukünftig dafür sorgen, dass immer ein Schutzstreifen für die Tiere erhalten bleibt."


Slyvia Baumeister / syri
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