Werke von "Pesch" im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt

Pesch alias Peter Schönfeld widmet sich in seinen Werken auch aktuellen Themen, wie hier der bevorstehenden Eröffnung des Flughafens BER. (Foto: Sylvia Richter)

Rudow. Hinter dem Kürzel "Pesch" verbirgt sich der Rudower Maler Peter Schönfeld. Eine aktuelle Ausstellung im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt gibt einen Überblick über das große künstlerische Repertoire des Autodidakten.

Manche Menschen sind ihr Leben lang rastlos. Auch Peter Schönfeld alias Pesch ist so ein Mensch. Rein zufällig entdeckte er Anfang der 80er Jahre, damals knapp 40-jährig, die Malerei für sich, als er an einem Volkshochschulkurus teilnahm. Die ersten Kunstwerke des gebürtigen Neuköllners entstanden bei der Gruppe "Ratgeb", die Fassaden mit surrealistischen Motiven bemalte. Ein Bild am Gesundheitszentrum war Peschs erstes gemeinschaftliches Kunstwerk. 1986 folgte eine weitere Ausstellung, ein Baumkunstprojekt mit Rainer Betz im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt. Aus einem alten Weihnachtsbaum schuf Pesch ein Kunstwerk, indem er ihn schwarz bemalte, mit roten Zündkerzen und einem Mercedes-Stern versah.

Die "Fehlzündung" wie er sein Kunstwerk nannte, ist in umgearbeiter Form als "Patient Baum" jetzt auch in seiner aktuellen Ausstellung zu sehen. Der Titel entstammt dem Jahresmotto von Peschs Kunstwerken, das dieses Mal "Kontraste" heißt. Anhand von fast 70 Bildern und zwölf Skulpturen wird für den Besucher das große künstlerische Spektrum deutlich, das der Autodidakt sich im Laufe seines Schaffens angeeignet hat.

Pesch malt in Öl, Pastell und Acryl, in Aquarell und am liebsten in Tempera. Bei dieser Technik werden Leinölfirnis mit Hühnerei und Dammer (eine Form von Harz) als Emulsion mit Mineralfarben vermischt. In seiner Motivwahl kennt Pesch keine Einschränkungen: Porträts von Politikern sind ebenso dabei wie Landschaften, Gebäude oder Surrealistisches. "Entschiedend ist nicht, dass man Malen, sondern Sehen kann. Nur dann kann man Formen und Farben zusammenfügen", meint Pesch.

Um seine Techniken zu erweitern, nahm der passionierte Schwimmer, der Mitglied beim Verein SG Neukölln ist, immer mal wieder Malunterricht bei anderen Künstlern. Seinen Beruf als Diplom-Ingenieur und sein Familienleben mit Frau und zwei Kindern musste der 69-Jährige dabei auch noch unter einen Hut bringen. "Das war oft ein Spagat für mich", sagt Pesch. "Aber ich bin eben ein rastloser Mensch."

Die Ausstellung im Foyer des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt am Bat-Yam-Platz 1 ist vom 13. April bis 11. Mai dienstags bei freitags von 10 bis 21 Uuhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter pesch47.de

Slyvia Baumeister / syri
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