Hinter der Sonne große Platznot

Seit Monaten fordert die Elternvertretung der Schule an der Victoriastadt Lösungen. Denn ein Mobiler Ergänzungsbau wird das Platzproblem nicht beheben. (Foto: Wrobel)
 
Angrenzend zur Schule soll nun ein Mobiler Ergänzungsbau für Entlastung sorgen. Doch das löst das Platzproblem nicht, sagt Katrin Reinsch. (Foto: Wrobel)
Berlin: Schule an der Victoriastadt |

Lichtenberg. Die Turnhalle ist zu klein und auch im Schulgebäude fehlt es an Räumen: Seit Monaten protestieren Eltern von Schülern der Schule an der Victoriastadt wegen der drohenden Platznot.

Aktuell besuchen etwas mehr als 420 Schüler die Bildungseinrichtung in der Nöldnerstraße 44. Doch der Zuzug von Familien, die gestiegenen Geburtenzahlen und die im Bezirk untergebrachten Flüchtlinge sorgen für einen rasanten Anstieg der Schülerzahlen.

Die Zahlen der Schulentwicklungsplanung gehen davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren bis zu 850 Schüler in das Einzugsgebiet fallen. Es ist bislang die einzige Grundschule im Einzugsgebiet Victoriastadt, Rummelsburg und Weitlingkiez. "Die Schule droht aus allen Nähten zu platzen", fürchtet Katrin Reinsch von der Gesamtelternvertretung. Die Eltern protestieren bereits seit Monaten wegen der drohenden Platznot. Sie fordern vom Bezirk, schnell und nachhaltig zu handeln.

Einen ersten Teilerfolg haben die Proteste bereits erzielt. Ein neuer Mobiler Ergänzungsbau (MEB) wird weitere Unterrichtsräume schaffen. Der Bau soll auf der benachbarten öffentlichen Grünfläche westlich am Schulgelände entstehen und wird voraussichtlich 2017 oder 2018 gebaut. "Er steht auf unserer Prioritätenliste und kommt sicher", bekräftigt Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD). "Im MEB ist auch ein Mehrzweckraum vorgesehen, der als Mensaraum genutzt werden könnte", fügt sie an. Denn schon jetzt platzt die Mensa der Schule aus allen Nähten. Die Versorgung der Kinder ist nur im Schicht-System möglich. Ein aktueller Ausbau der Aula soll schon ab nächstem Schuljahr zusätzliche Essensplätze schaffen.

"Der Ergänzungsbau entlastet, löst aber unser Problem insgesamt noch nicht", gibt Katrin Reinsch zu bedenken. Viele Mängel bleiben: Der Schulhof sei mit seinen rund 7000 Quadratmetern viel zu klein. "Benötigt würden etwa zwei Hektar", weiß sie. Und auch die Turnhalle – ein historischer Bau – hat nicht den nötigen Raum. "Ab kommendem Jahr müssen die Schüler sogar mit Bussen in andere Sporthallen gebracht werden."

Deshalb protestieren die Eltern weiter. Ihre Forderung ist neben einer neuen Schule auch eine neue, große Turnhalle. Denn die Schülerzahlenprognosen könnten in den kommenden Jahren sogar noch übertroffen werden. Ein Anwohnerzuwachs kündigt sich bereits mit den Plänen zur Bebauung des Gebiets "An der Mole" an der Rummelsburger Bucht an.

Der Bezirk will auch da Lösungen finden. "Wir wollen den Zuschnitt des Einzugsgebiets verändern", sagt die Schulstadträtin. Künftig könnten Kinder aus dem Kaskelkiez zum Einzugsgebiet der Hermann-Gmeiner-Schule in der Harnackstraße 1 gezählt werden. Dazu sei ein Beschluss nötig. Weniger einfach ist es, mehr Sporträume zu schaffen. "Die fehlende Turnhalle bleibt ein Problem", bestätigt Beurich. Der Bezirk plant zwar den Bau einer Dreifeldturnhalle, doch erst muss eine Fläche dafür gefunden werden. Geprüft werden aktuell Standorte an der Lückstraße 33/ 34, an der Sewanstraße 43, an der Hauptstraße 84 sowie an der Hauptstraße 8/9. Bis eine Turnhalle gebaut wird, könnten jedoch Jahre vergehen, sagt Beurich weiter. "Bisher haben wir keine Finanzierung."

Ein neuer Schulstandort ist ebenfalls in Prüfung. Aktuell wird eine Machbarkeitsstudie für den Standort an der Hauptstraße 8/9 erarbeitet. Das Ergebnis wird im Mai erwartet. KW
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