Am U-Bahnhof Kleistpark wird kräftig investiert

Gleich zwei Neubauten sollen am U-Bahnhof Kleistpark entstehen. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Innenstadtlage im Dornröschenschlaf: Die Kreuzung, an der die Potsdamer beziehungsweise Hauptstraße auf die Grunewald- beziehungsweise Langenscheidtstraße treffen, wird fast 70 Jahre nach Kriegsende immer noch von Baulücken bestimmt. Das soll sich jetzt ändern.

Gleich drei Investitionsvorhaben werden das Gesicht der Kreuzung oberhalb des U-Bahnhofs Kleistpark in den kommenden Jahren maßgeblich verändern. Zwei Gebäude sollen neu entstehen. Und das seit Jahren weitgehend leerstehende ehemalige BVG-Haus wird endlich einer neuen Nutzung zugeführt. Die größte Baulücke hat sich am nordöstlichen Eck der Riesenkreuzung über Jahrzehnte hinweg beharrlich gehalten. Die Fläche zwischen Potsdamer Straße, Langenscheidtstraße und Willmanndamm wird derzeit lediglich durch einen kleinen Biergarten und die Cocktailbar "Train" in einem früheren S-Bahn-Waggon bespielt. Das Grundstück hat einen großen Haken: Unterirdische technische Anlagen der BVG erschweren die Bebauung.

Trotzdem hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) dem Bezirksamt schon im Jahr 2010 aufgegeben, das städtebaulich bedeutende Grundstück angemessen zu entwickeln. Der Liegenschaftsfonds hat jetzt im Auftrag des Bezirks einen Investor gefunden: Die Firma MHMI will auf dem knapp 2000 Quadratmeter großen Areal ein Hotel bauen und hat seine Pläne bereits im September im Stadtplanungsausschuss vorgestellt. Jetzt wird der vorhabenbezogene Bebauungsplan erstellt. Auf Anfrage wollte der Investor seine Pläne allerdings nicht genauer erläutern. Es gebe noch "zu viele Unklarheiten", teilte eine Mitarbeiterin mit. In drei Monaten könne man über das Projekt sprechen.

Klar ist, dass das Areal nicht vollständig bebaut wird. "Es soll einen kleinen Stadtplatz geben und der U-Bahnaufgang wird auch erhalten bleiben", sagt die für Stadtentwicklung zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (B 90/Grüne). Für den Bezirk sei die Entwicklung eine positive Nachricht.

Auch das Vorhaben schräg gegenüber kann mit der Unterstützung des Bezirksamts rechnen. Das Grundstück an der Hauptstraße 3, auf dem derzeit noch ein Gebrauchtwagenhändler angesiedelt ist, ist ebenfalls vom Liegenschaftsfonds verkauft worden. Hier sei wohl ein siebengeschossiges Atelierhaus mit Büros geplant.

"Wir haben aber noch keinen entsprechenden Antrag", sagt die Stadträtin. Sie spekuliert darauf, dass mit einer künstlerischen Nutzung des Areals "ein neues Profil" für das Gebiet entstehe. Schließlich befinden sich die kommunale Galerie "Haus am Kleistpark" und eine Niederlassung der Universität der Künste in direkter Nachbarschaft.

Und auch im ehemaligen BVG-Gebäude an der Ecke Potsdamer Straße Grunewaldstraße werden bald junge Künstler unterwegs sein. Das Haus ist kürzlich an einen Immobilienentwickler verkauft worden, der in Teilen des Gebäudes eine private "Hochschule für populäre Künste" ansiedeln will. Der Antrag auf teilweise Umnutzung des Bürohauses liegt der Stadtentwicklungsdezernentin vor. "Das ist eine Nutzung, über die man sich nur freuen kann", schwärmt Klotz.


Ralf Liptau / flip
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