Bautzener Brache soll Grünfläche werden

Anwohner der Bautzener Straße protestierten vor dem Schöneberger Rathaus gegen den geplanten Wohnungsbau. (Foto: KT)

Schöneberg. Die Einwohnerversammlung zum geplanten Wohnungsbau auf der Bautzener Brache im Rathaus Schöneberg war von heftigen Protesten begleitet. Anwohner fordern eine Grünfläche statt Wohnungen.

Die Initiativgruppe "Stadtplanung von unten" forderte in einem Flugblatt, "die Bautzener Brache zu Gemeineigentum zu machen". Doch dafür fehlt dem Bezirk das Geld. Die zuständige Stadträtin für Stadtentwicklung Sibyll Klotz (Bündnis `90/Grüne) machte deutlich: "Der Bezirk hat weder das Geld, um die Fläche zu kaufen, noch das Geld eine Grünanlage zu bauen und dauerhaft auch zu pflegen." Sie verwies auf die Zusage des Investors, dass der Weg vom Gleisdreieck über die restaurierte Yorckbrücke bis zum Südpark gestaltet wird und der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Auf dem Gebiet zwischen Bautzener Straße und Bahngelände sollen sieben Wohnhäuser gebaut werden. "Es gibt im Bezirk einen Bedarf an neuen Wohnungen", begründet Stadträtin Klotz. Sie werde sich dafür einsetzen, dass dort Mietwohnungen entstehen, die auch bezahlbar sind. Wie sie betont, sind alle Diskussionen bisher zunächst Überlegungen dazu, was auf der Fläche gebaut werden kann. "Beschlossen ist noch nichts", erklärt Klotz. Es gebe weder einen Bebauungsplan noch einen Architektenwettbewerb. Die Stadträtin geht jedenfalls davon aus, dass die soziale Mischung im Kiez nicht beeinflusst wird.

Anwohner verwiesen darauf, dass im Gebiet über 1000 Unterschriften gegen den Wohnungsbau gesammelt worden sind. Schon vor zehn Jahren hatte die Anwohner Ideen dazu entwickelt, was aus der Brachfläche werden soll. Es ist ehemaliges Bahngelände, auf dem in den vergangenen Jahren immer Gewerbe angesiedelt war.

Die Bürgerinitiative verwies nun darauf, dass es für dieses Gebiet noch kein Baurecht gibt. Sie befürchtet allerdings, dass es sehr schnell geschaffen werden kann. Die Initiative "Stadtplanung von unten" betont, dass "im hochverdichteten Schöneberger Norden eine Grünfläche dringend gebraucht wird". Eine weitere bauliche Verdichtung sei den Einwohnern nicht zuzumuten. Bei der Versammlung verwiesen Anwohner auf viele ungelöste Probleme. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung des Straßenverkehrs. Auch mit dem Versprechen der Planer, zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten mit einem Supermarkt und kleinen Ladengeschäften zu schaffen, ließen sie sich nicht beruhigen. Nach den vorgestellten Ideen sollen die Häuser den Blick auf die Bahntrasse frei lassen, drei Parks als Eingangssituation sind vorgesehen und die Häuser sollen nicht höher als auf der anderen Seite der Bautzener Straße sein.

Die Bewohner wollen das alles aber nicht und werden weiter gegen alle Bebauungspläne kämpfen.


Klaus Tessmann / KT
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