Gedenktafel für Franz Hessel enthüllt

Franz Hessel lebte vor seiner Flucht nach Frankreich in der Lindauer Straße 8 in Schöneberg. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) hat am Hauseingang der Lindauer Straße 8 eine Gedenktafel für den Schriftsteller, Übersetzer und Lektor Franz Hessel enthüllt.

Der Bezirk ehrt damit den Autor der Feuilleton-Sammlung "Spazieren in Berlin", die 1929 zum ersten Mal erschienen ist und in den 1980er-Jahren unter dem Titel "Ein Flaneur in Berlin" neu aufgelegt wurde. Außerdem hat Franz Hessel Werke von Marcel Proust und Honoré de Balzac aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt. Von 1933 bis 1936 lebte er in der Lindauer Straße 8. Der Autor, der nach 1933 nichts mehr veröffentlichen durfte, emigrierte 1938 nach Frankreich, wurde bei Kriegsbeginn im berüchtigten Lager Les Milles interniert und starb 1941 in Sanry-sur-Mer an den Folgen.

Franz Hessel ist übrigens der Vater von Stéphane Hessel, der nicht zuletzt mit der Schrift "Empört Euch!" einen Namen machte und erst vor wenigen Wochen in Paris starb.


Ralf Liptau / flip
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