Hochschule bespielt Bibliothek mit Ausstellungen

In der Ferne die Kunst: Die Bilder in der Bibliothek sollen die Studenten zu kleinen Denkpausen bewegen. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Die Bibliothek der Hochschule für Wirtschaft und Recht ist nicht nur für Studenten offen: In der Badenschen Straße 52 können auch externe Besucher vorbeikommen. Und sich ständig wechselnde Kunstausstellungen anschauen.

Für Bibliotheksleiterin Cornelia Rupp erfüllen die Kunstwerke zwischen den Bücherregalen gleich zwei Funktionen. Zum einen sollen sie ästhetisch wirken und dabei die Architektur der erst vor zwei Jahren neu eingerichteten Bibliothek unterstreichen. Zum anderen schreibt Rupp den Bildern auch eine pädagogische Aufgabe zu: "Heutzutage werden Bibliotheken zum großen Teil als Computerarbeitsplätze genutzt", stellt sie fest. Die Studierenden hätten ihre Texte dabei stets dicht vor der Nase. "Es ist aber wichtig, dass sie auch mal vom Monitor aufblicken, ein wenig in die Ferne schauen und die Gedanken schweifen lassen." Sich also bewusst ablenken, um sich hinterher umso besser konzentrieren zu können. Außerdem ist der Wechsel von Fern- und Nahsicht gut für die Augen. Seitdem die Hochschule für Wirtschaft und Recht ihren Campus Schöneberg in der Badenschen Straße bezogen hat, wechseln die Ausstellungen im vierten und fünften Obergeschoss rund zwei Mal pro Jahr. Gezeigt wurden bisher Werke, die beispielsweise das Thema Zeit und Beschleunigung sowie Fragen rund um das Medium Buch behandelt haben.

Die aktuelle Ausstellung gibt weniger an konkreten Themen vor. Die deutsch-amerikanische Künstlerin Carlye Birkenkrahe hat ihre Werke "Fantasie der Materie" genannt und arbeitet mit einer Mischung aus abstrakten Feldern und gegenständlichen Abschnitten. Auf ein farbig vorbereitetes Bildfeld trägt sie Seidenpapier auf, das jeweils die Zeichnung eines scheinbar zufällig ausgewählten Gegenstands zeigt. Befestigt sind die Papiere mit Bienenwachs. "Die Idee", so die Künstlerin, "entstand aus einer Unsicherheit heraus." Die Lösung mit dem Wachs erlaube ihr, schlecht arrangierte Bildpartien wieder aufzulösen. "Ich kann sogar Motive vom einen in das andere Bild verschieben", so Birkenkrahe. Eben, indem sie die Partien wieder ablöst und anderswo neu aufbringt. "Ich brauche einfach ein bisschen Flexibilität."

In der Bibliothek scheint das Konzept gut anzukommen. "Manchen fällt die Kunst kaum auf", räumt die Bibliotheksleiterin ein. "Aber es kommt auch viel positives Feedback." Und es sollen zusätzliche Gäste kommen. Die Hochschule, so Pressesprecherin Sylke Schumann, wolle sich mit dem Angebot bewusst auch nach außen öffnen, zu einem "Ort im Kiez" werden.

Zu sehen ist die aktuelle Schau "Fantasie der Materie" noch bis zum 23. Februar immer montags zwischen 10 und 21 Uhr, dienstags bis freitags zwischen 10 und 19 Uhr sowie am Sonnabend von 10 bis 15 Uhr in der Badenschen Straße 52. Mehr Infos unter www.hwr-berlin.de und 308 77 12 84.

Ralf Liptau / flip
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