Planverfahren für knapp 250 neue Wohnungen startet

Der Blockrand soll am Sachsendamm am liebsten komplett geschlossen werden. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Planer und Investoren sehen hier großes Potenzial: Auf dem sogenannten "Baufeld 8" zwischen Sachsendamm und Tempelhofer Weg könnten bald die ersten Neubauwohnungen entstehen. Langfristig seien hier bis zu 800 neue Wohneinheiten möglich.

Das Projekt zeige, wie sich der Berliner Wohnungsmarkt in den vergangenen Monaten verändert hat. Stadtentwicklungs-Stadträtin Sibyll Klotz (B’90/Grüne) freut sich, dass zwischen Tempelhofer Weg und Sachsendamm nicht wie ursprünglich einmal geplant Gewerbebauten entstehen, sondern neuer Wohnraum.

Ein Hamburger Investor hat die größte Baulücke im "Baufeld 8" Anfang des Jahres gekauft und will gegenüber dem Parkplatz von "Möbel Kraft" voraussichtlich 248 neue Wohnungen errichten. Hierfür will er an die historische Blockrandbebauung sowohl am Tempelhofer Weg als auch am Sachsendamm anschließen und im so entstehenden Innenbereich einen zusätzlichen Baukörper errichten.

"Momentan ist noch unklar, ob der Blockrand am Sachsendamm komplett geschlossen werden kann", sagt der Leiter des Stadtentwicklungsamts Siegmund Kroll. Denn der westliche Teil der unbebauten Fläche, auf dem heute ein Gebrauchtwagenhändler seine Autos anbietet, gehört anderen Privateigentümern. Ob sie verkaufen wollen, sei noch ungewiss. "Städtebaulich wäre es natürlich sinnvoll, die Fläche zur Straße hin komplett zu schließen", so Kroll. Wegen eben dieser Unsicherheit sei das offizielle Bebauungsplanverfahren auch noch nicht gestartet.

Einig sind sich Bezirk und Investor allerdings schon über die Gestalt und Nutzung der Neubauten. Die Traufhöhe von 16 Metern orientiert sich an den bestehenden Nachbarbauten.

Es wird nach bisherigem Stand, also ohne den Zukauf der zweiten Teilfläche, 248 Wohnungen geben, die auf fünf Normalgeschosse und ein Staffelgeschoss verteilt sind. Der Großteil der Wohnungen wird mit ein bis zwei Zimmern eher klein sein.

In den Staffelgeschossen werden insgesamt 24 Penthouses mit einer Fläche von 74 bis 124 Quadratmetern eingerichtet. "Wir haben erreicht, dass der Investor auch bezahlbaren Wohnraum schafft", sagt Stadträtin Klotz. Im Norden des Geländes wird eine Tiefgarage entstehen und eine Kita. Außerdem sind vier kleinere Gewerbeeinheiten vorgesehen.

Für das Bauvorhaben müssen alte Werkstätten weichen, wie sie in ähnlicher Form im Innenbereich des gesamten Straßenquartiers stehen. Auf lange Sicht könnten an diesen Stellen weitere Wohnbauten entstehen. Siegmund Kroll sieht in der direkten Umgebung das Potenzial für insgesamt bis zu 800 Wohnungen.


Ralf Liptau / flip
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