Puppentheater startet mit Premiere in die Wintersaison

Bernd Schlarmann, Barbara Kilian und Frank Sommer (von links) sind die Schauspieler hinter den drei neuen Puppen. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Neue Schauspiel-Stars am Winterfeldtplatz: Das freie Theater "Hans Wurst Nachfahren" hat mit dem Stück "Lotte, Paul und Anton" Premiere gefeiert. Das Ensemble des über 30 Jahre alten Hauses ist damit um drei neue Handpuppen gewachsen.

"Mädchen sind doof", so die einfach Weisheit von Paul und Anton auf der Bühne. "Die stehen den ganzen Tag nur vor dem Spiegel und wackeln mit dem Popo." Und: "Die spielen immer Prinzessin und plappern lauter Blödsinn." An wirkliche interessante Dinge wie Fußballspielen ist da natürlich nicht zu denken. Kein Wunder, dass zumindest der weibliche Teil des Publikums bei der Premiere des neuen Stücks "Lotte, Paul und Anton" da lautstark protestierte. "Stimmt doch gar nicht", riefen die Kitakinder von den Bänken. "Ich spiel’ auch manchmal Fußball", protestierte ein Mädchen. Lotte, die neue Hausbewohnerin, die Paul und Anton zwischen Umzugskisten auf dem Speicher kennenlernt, beweist den Jungen schließlich, dass man auch mit ihr als Mädchen Spaß haben kann. Damit entspinnt sich auf der Bühne des Puppentheaters am Winterfeldtplatz eine unterhaltsame Geschichte über Vorurteile, das Kennenlernen an sich und die fantastische Welt des Kinderspiels. Die Kinder im Publikum sind begeistert vom neuen Stück, das das Puppentheater ab sofort fest im Programm führt. Für die erwachsenen Zuschauer sind die Reaktionen der Kinder auf das Bühnengeschehen unterhaltsam. Das neue Stück bringt die besten Voraussetzungen dafür mit, dass das Puppentheater am Winterfeldtplatz auf Erfolgskurs bleibt. Seit 1981 wird hier sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gespielt. Über 50 Produktionen haben die Gründer und Eigentümer Barbara Kilian und Siegfried Heinzmann in gut drei Jahrzehnten auf die Bühne gebracht. Die eigentlichen Stars waren stets die Handpuppen, die Heinzmann in seiner Kreuzberger Werkstatt selbst entwickelt und herstellt. Das Repertoire des Theaters umfasst fantasievolle Märchenbearbeitungen, eigene Erzählungen zu aktuellen Themen und die szenische Umsetzung literarischer Stoffe.

Bis zum 6. November wird unter der Woche vormittags, sonnabends und sonntags am späten Nachmittag das neue Stück gezeigt. Ergänzt wird das Programm mit Aufführungen für Erwachsene am Abend.

Informationen zum Theater in der Gleditschstraße 5 unter 216 79 25 und www.hans-wurst-nachfahren.de.

Ralf Liptau / flip
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