Zum Tod von Georg Zinner

Georg Zinner (Foto: Ed Koch)

Schöneberg. Völlig überraschend ist am 5. März der langjährige Geschäftsführer des Nachbarschaftsheims Schöneberg, Georg Zinner, gestorben.

Georg Zinner kam 1978 zum Nachbarschaftsheim als dessen Geschäftsführer. Darüber hinaus führte er ab 2003 auch noch die Geschäfte der Pflegerischen Dienste der Einrichtung. Der Bauernsohn, gelernte Bankkaufmann und Sozialarbeiter wechselte direkt von der Freien Universität Berlin, an der er Soziologie studiert hatte, an die Spitze des Nachbarschaftsheims, das damals mit weniger als zehn Mitarbeitern noch eine kleine, wenig bekannte gemeinnützige GmbH war.

Georg Zinner setzte seine schon umfangreichen Erfahrungen in karikativen Einrichtungen ein, um die Strukturen der Familien- und Jugendhilfe in Schöneberg auf- und auszubauen. Das Nachbarschaftsheim, das für ihn Heimat und sein Lebenswerk war, machte er in den vergangenen 35 Jahren zu einem erfolgreichen Sozialunternehmen mit heute 900 festen Mitarbeitern, rund 300 Honorarkräften und zirka 1700 Ehrenamtlichen in 75 Einrichtungen und Projekten.

Erst im Dezember hatte Zinner seine hauptamtliche Geschäftsführertätigkeit beendet. Als Ruheständler übernahm er zum 1. Januar den ehrenamtlichen Vorsitz des Trägervereins. Georg Zinner verstarb während einer Veranstaltung. Nach einem Vortrag brach er zusammen. Reanimierungsversuche scheiterten.

Bürgermeisterin Angelika Schöttler reagierte mit großer Betroffenheit auf die Nachricht. "Ich habe Georg Zinner sehr geschätzt. Er war immer ansprechbar für Ideen, für Herausforderungen offen mit dem klaren Willen, Lösungen zu finden. Viele heute selbstverständliche Strukturen in Tempelhof-Schöneberg hat er mit aufgebaut. Es ist nicht übertrieben: Ein Motor für Innovationen in der Jugend- und Sozialpolitik in Tempelhof-Schöneberg und ganz Berlin ist gestorben. Die Lücke, die er hinterlässt, ist groß."

Im Nachbarschaftsheim Friedenau, Holsteinische Straße 30, liegt ein Kondolenzbuch aus.


Karen Noetzel / KEN
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