Piratenpartei sieht drohende Luxuserneuerung, Gewobag dementiert

Schöneberg. Die Bülowstraße 7 ist seit Ende April 2014 leergezogen. Das Eckhaus ist für seine Streetart-Bemalung bekannt. Doch abgesehen von einer Sperrmüllaktion sei nichts geschehen, so der Bezirksverordnete Jan-Ulrich Franz.

Für den Politiker der Piratenpartei steht fest: Dem Markt wurde Wohnraum entzogen. Die angekündigte Modernisierung gehe durch die Zwischennutzung als Kunstobjekt "in Richtung Luxussanierung", so Franz.

Eigentümer ist die Gewobag. Laut Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (B’90/Die Grünen) plant sie, das ehemalige Möbelgeschäft im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss in eine Galerie umzuwandeln. Das Dachgeschoss soll zum Künstleratelier werden. Der entsprechende Bauantrag konnte allerdings noch nicht genehmigt werden. Es fehlt der notwendige Brandschutzprüfbericht.

Anfang November hat die Gewobag dem Bezirksamt neue Pläne vorgelegt. Der Umbau fällt nun kleiner aus, vor allem im Keller. Die geplanten Wohnungen im zweiten bis vierten Geschoss bleiben. Laut Architekt sind zu hohe Baukosten Grund für die Veränderungen.

"Nach der derzeitigen Planung wird es 13 Wohnungen geben", erläutert Volker Hartig. Der Gewobag-Pressesprecher bestätigt die vorgesehene kulturelle Nutzung der Gewerberäume im Erdgeschoss und im ersten Stock.

Als Grund für die Verzögerung beim Baubeginn nennt Hartig einen massiven Schwammbefall der Holzbalkendecken im Haus. Umfassende Untersuchungen seien notwendig gewesen. Die Beseitigung der schädlichen Fäulepilze sei nur in einem aufwendigen Verfahren möglich. Damit beginnen will die Gewobag im Frühjahr. Danach erfolge die umfassende Sanierung des Gebäudes.

Für die Gewobag ist die kulturelle Zwischennutzung ein "positiver Impuls des negativ belasteten Kiezes", so Volker Hartig. Gleichzeitig gebe man jungen Künstlern eine Chance, sich hier zu verwirklichen. Passanten und Nachbarn gefällt die Fassadenkunst jedenfalls. Sie suchen das Gespräch mit den Künstlern und bringen sogar Kaffee und Kuchen vorbei. Bis zum Baubeginn und auch während des Umbaus wird die Gewobag weiter Kunst zeigen.


Karen Noetzel / KEN
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