Dreiste Diebe auf Staakener Weide: "Befreite" Schafe liefen bis zur Heerstraße

In den Metallkästen befindet sich die Stromversorgung, mit dem Agraringenieur Björn Hagge den Elektrozaun rund um die Weide seiner Schafe mit Strom versorgt. (Foto: Michael Uhde)
Berlin: Schafweide Hahneberg |

Staaken. Agraringenieur Björn Hagge strahlt eine bewundernswerte Ruhe aus. Das mag an seiner Tätigkeit als Schäfer liegen. Doch eine für ihn unverständliche Dummheit erregt jetzt den 56-jährigen Eigentümer von 320 schwedischen Gotlandschafen und Heidschnucken. Dreiste Diebe haben in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli seine rund drei Hektar große, umzäunte Weidefläche am Hahneberg heimgesucht.

Seit Ende 2012 sorgt Hagge dort mit seinen Tieren dafür, dass die Wiesen kurz gehalten werden. „In der Nacht, als auf dem benachbarten Fort Hahneberg ein Fest gefeiert wurde, haben Unbekannte ein Gerät zur Stromversorgung des Elektro-Zaungeflechts gestohlen und Teile des Zauns eingerissen“, erzählt der Schäfer. Daraufhin seien seine Schafe ausgerissen und bis an die nahe gelegene Heerstraße gelaufen.

„Ich bin zwei Spaziergängerinnen, die mit ihren Hunden vorbeikamen, sehr dankbar“, sagt Hagge. Sie hätten spontan die Tiere auf die Weide zurückgetrieben und somit wohl weit Schlimmeres verhindert. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn meine Tiere auf die viel befahrene Heerstraße gelaufen werden“, sagt der 56-Jährige. Doch auch so ist der Schaden beträchtlich. Die Diebe haben einen Kasten, in dem das Steuergerät für den Elektrozaun installiert ist, mitsamt der Batterie gestohlen. Zudem musste der Schäfer den defekten Zaun umgehend ersetzen.

Der Agraringenieur lässt seine Schafe am Hahneberg im Auftrag des Landschaftspflegeverbands Spandau grasen. In dessen und im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt betreibt er weitere Beweidungsprojekte zum Landschaftsschutz. So stehen seine Tiere auf der Margaretheninsel in Tiefwerder, am Flughafensee in Tegel, auf der Dachsheide am Zehlendorfer Hüttenweg sowie in Karlshorst.

Björn Hagge hofft nun darauf, dass es Zeugen für die nächtliche Freveltat gibt. Die hat er auch beim zuständigen Polizeiabschnitt 23 an der Schmidt-Knobelsdorff-Straße angezeigt. Wer etwas beobachtet hat, kann sich bei der Polizei als Zeuge melden. Ud
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