Zhao Jie liest aus ihrer Biografie

Steglitz. Ihre Eltern waren Schauspieler im Dienste der Armee und nie zu Hause. So wuchs Zhao Jie mit ihrer Großmutter in der Nähe zum Platz des Himmlischen Friedens in Peking auf. In ihrem Buch "Kleiner Phönix: Eine Kindheit unter Mao" erzählt sie aus ihrem Leben.

Ihre Kindheit verbrachte Zhao Jie, geannt Cui, in einem engen Hof in unmittelbarer Nachbarschaft zum Platz des Himmlischen Friedens. Das Zentrum des Riesenreiches ist ihr Spielplatz. Hier lernt sie Fahrrad fahren und schwenkt Papierblumen für die Revolution. Mao wird für das Mädchen zur unerreichbaren Vaterfigur, dem sie wie Millionen andere Kinder ihrer Generation gläubig folgt. Ihre Großmutter schenkt ihr Liebe, Mao ein Lebensideal. Mit neun Jahren trägt Cui die ordensgeschmückte Uniform der Rotgardisten. Mit dreizehn marschiert sie bis zum Zusammenbruch. Erst als sie fern von daheim als Erntehelferin in einem armen Bauerndorf lebt, wird ihr klar, dass sie ihre Kindheit einer Lüge geopfert hat. Zhao Jies erstaunliche Erinnerungen eröffnen einen nie gesehenen persönlichen Blick in ein bis heute rätselhaftes Land. Zhao Jies Lebensgeschichte ist ein Dokument des Optimismus und Lebensmutes. Sie erzählt von der Befreiung aus der Unmündigkeit und von kindlicher Liebe, Freundschaft und Kraft, die kein Staat brechen kann. Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Berliner Autorenlesefonds finanziert. Zhao Jie liest am Donnerstag, 11. April, 19 Uhr, in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Grunewaldstraße 3, aus "Kleiner Phönix: Eine Kindheit unter Mao". Der Eintritt ist frei.

Um Voranmeldung wird gebeten unter 902 99 24 10.

Karla Menge / KM
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden