Große Pläne für die Goerzallee: Gewerbeareal soll ein moderner Standort werden

Das Industriegebiet an der Goerzallee soll umstrukturiert werden. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. Das Gewerbegebiet an der Goerzallee entwickelt sich zum Sorgenkind des Bezirks. Großbetriebe ziehen fort und hinterlassen leere Produktionshallen. Der Oktober-Wirtschaftsstammtisch befasste sich mit der Zukunft des Gebietes.

Das größte und auch älteste Gewerbegebiet von Steglitz-Zehlendorf am Teltow-Kanal umfasst rund 77 Hektar und ist um 1900 entstanden. Zuletzt hat 2014 das Unternehmen ADC Krone den traditionsreichen Industriestandort verlassen. Zum Ende des Jahres will auch das Rexam Werk schließen. Neuansiedlungen von großen Unternehmen zwischen Lichterfelder Weg und Beeskowdamm sind nicht in Aussicht.

Es sind kleine und mittelständische Betriebe sowie Startups, die sich hier niederlassen. Dazu gehören autotissue, das Herzklappen für Neugeborene herstellt, und die NovaBiotec Dr. Fechter GmbH, die sich auf Erkennung und Analyse von Gebäudeschadstoffen spezialisiert hat. Die veraltete Infrastruktur bereitet beiden Unternehmen Probleme, vor allem die viel zu langsame Internet-Verbindung. Das halte viele Firmen davon ab, sich hier anzusiedeln, erläutert autotissue-Geschäftsführer Stefan Seidl. Als „anstrengend“ bezeichnet NovaBiotec-Geschäftsführer Bert Kühl die Verkehrsanbindung. Aus Richtung Teltow und Potsdam stecken die Mitarbeiter regelmäßig im Stau.

Die beiden Geschäftsführer plädieren für eine Art runden Tisch aller Firmen, um gemeinsam etwas zu bewegen. Doch Ziele und Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich. „Es ist schwierig einen gemeinsamen Fokus zu finden.“ Das Internet wäre etwas, das man gemeinsam in Angriff nehmen könnte. Andere Ideen sind Betriebskindergarten oder Expressbusse für die Mitarbeiter.

Auch Unterstützung des Bezirks ist gefragt. „Wir sind dran und wollen das Gelände zu einem modernen Gewerbeareal entwickeln“, sagt Bürgermeister Norbert Kopp. Das Regionalmanagement Berlin Südwest befasst sich mit der Entwicklung des Gebietes und hat ein Beratungsunternehmen für Regional- und Wirtschaftsförderung beauftragt, das Gebiet schrittweise umzustrukturieren. Eine erste Analyse liegt inzwischen vor. KM
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